Anfänger, Bergtour, Skitour

[Skitour] bzw. Ski-To(rt)ur Gaisberg 1287 m

Eckdaten:

Art der Tour: Skitour
Ziel: Gaisberg- Gipfel 1287m
Talort: Salzburg
Startpunkt: Gänsbrunnstraße
Dauer Aufstieg: normal ca. 2,5h – mit Verlaufen so wie ich ca. 4h
Dauer Abfahrt/Abstieg: normal ca. 30 min – mit Abschnallen müssen so wie ich ca. 2,5h
Schwierigkeit: (bei günstigen Verhältnissen) leicht
Anreise: Fahrrad
Wetter: Regen (!), Wind, kalt, sprich: bescheiden
Pistenzustand: Bruchharsch, Eis
Einkehrmöglichkeit: Kohlmayr’s Gaisbergspitz, Zistelalm

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Freitag, der 13. – 6:30 Uhr – Der Start zu einer Skitour der etwas anderen Art.

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Obligatorisches Datum im Schnee

So wirklich überzeugt davon da hochzugehen, war ich an diesem kalten Wintermorgen nicht… Klar wollte ich immer schon mit den Skiern den Gaisberg hoch, aber die Bedingungen waren alles andere als ideal. Dazu kommt, dass ich die Woche davor erkältet war und die Nacht davor nur 4h geschlafen habe.
Während meines „Heimurlaubes“ habe ich mir die Zeit in diversen Facebook-Berggruppen vertrieben. Dort und auch auf Instagram haben zahlreiche Salzburger ihre Erlebnisse am Gaisberg hochgeladen und in meinen Kopf hat sich der Gedanke eingenistet am nächsten freien Tag endlich diese Tour anzupacken! Es MUSSTE einfach sein  und wenn ich die Ski runtertragen muss!

Dazu kommt, dass man ohne Auto in seiner Mobilität etwas eingeschränkt ist, also musste ein Tourenziel in der Nähe her. Ursprünglich wollte ich nach der Skitour noch woanders hin und daher keine weite Anfahrt mit dem Bus oder Zug in Anspruch nehmen. Den Termin konnte ich mir dann aber sowieso bald abschminken…

Die Anreise:

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Der eindeutige Vorteil des Gaisbergs (zumindest als „Stodinger“) ist: Man kann ihn ganz leicht mit Obus oder Fahrrad erreichen. In meinem Fall habe ich aufgrund der schneefreien Straßen das Fahrrad gewählt. Dazu benötigt man allerdings eine Transportmöglichkeit für die Ski und die Ski-Schuhe. Am einfachsten lässt sich das Problem mit einem Trekking-Rucksack lösen, der über Seitenschlaufen verfügt. Wenn ihr euch also vorgenommen habt mehr zu wandern oder Skitouren auszuprobieren, ev. auch Mehrtagestouren, dann empfehle ich euch beim Rucksack-Kauf darauf zu achten, dass er genügend Möglichkeiten bietet, auch außen Zeug anzubringen und zu verstauen. (Eispickel, Stöcke, LVS-Ausrüstung, Ski, Seil, Schlafsack, Matte,…)

Start: Gänsbrunnstraße in Aigen

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Startpunkt der Tour: Alles bereit zum Aufbruch

Man kann hier schon unschwer erkennen, dass es nicht die idealsten Bedingungen für eine schöne Skitour waren. Zum Glück war es dunkel, da hab ich wohl das ganze Ausmaß des doofen Plans nicht so wahr genommen.
07:00 Uhr: Das Fahrrad wurde schnell an den Baumstumpf gekettet, ich bin in die Skischuhe geschlüpft (gar nicht so einfach ohne die Möglichkeit zum Hinsetzen), die Stirnlampe wurde angeworfen und schon ging’s los. Die ersten paar Höhenmeter entlang der Straße sind leicht zu finden und solange einem kein Auto entgegen kommt recht entspannend.

Mittelteil: Wald und Wiese

Nach der 2ten Haarnadel-Kurve der Gännsbrunnstraße muss man eine Wiese überqueren und bei gefühlten 1000 verschiedenen Spuren im Schnee, ist es nicht so leicht die eigene Idealroute zu finden. Man könnte genauso gut „Ine-Ane-U“ spielen. Und genau das habe ich (leider) getan. Ich bin dann viel zu weit nach links gekommen und hab einen unfreiwilligen Umweg gemacht, der mich viel Zeit und Kraft gekostet hat. Im Grunde ist es ja egal, denn beim Gaisberg gilt… alle Wege führen auf den Gaisberg, hauptsache es geht nach oben. Ich habe jedoch schon einen inneren Stress bekommen, weil ich eigentlich um ca. 9:30 Uhr am Gipfel sein wollte… DAS hab ich bei Weitem nicht geschafft…

Durch eine steile Wald-Passage, die bestimmt nicht so in der Routenplanung gedacht war, bin ich irgendwann endlich wieder auf den richtigen Weg gelangt. Ich hab mich die ganze Zeit gefragt, wie zur Hölle ich da abfahren soll… Gar nicht, wie sich herausstellte.

Schlussakt: Zistelalm

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Hier rechts den „Walterskirchen-Weg“ entlang

Der schönste Teil der Tour war ab der Zistelalm auf 1000m Seehöhe. Dort lag brauchbarer Schnee und der Weg war mir nur zu gut vertraut. Der „Walterskirchen“-Weg ist im Sommer die blaue Route auf den Gipfel und kann ebenfalls gut mit Ski begangen werden. Leider war ich an diesem Punkt schon ziemlich mit den Kräften am Ende. Aber mir ist immer lieber ich gehe noch langsam auf den Gipfel, wenn es irgendwie möglich ist, als gar nicht. Da bin ich ne Beisserin. Der Gipfel gehört für mich irgendwie dazu. Nicht falsch verstehen, wenn die Bedingungen wie Wetter oder Lawinen nicht passen, dann kann ich schon auch umdrehen.

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Der Herbert-Walterskirchenweg in seiner Pracht

Endlich: Der Gipfel

Der Gipfel des Gaisberg befindet sich auf 1287m. Sein berühmtes Wahrzeichen ist der große Sendeturm. Ein Gipfelkreuz gibt’s auch… für die Fanatiker, die Wert drauf legen (so wie ich…) Oben angekommen ging ziemlich der Wind, aber er machte zum Glück auch Pausen, damit ich meine obligatorischen Selfies machen konnte.

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Gipfelselfie kurz vor der Abfahrt

Eigentlich hab ich mir vorgenommen danach noch ins „Kohlmayr’s Gaisbergspitz“ einzukehren. Dort wurde nämlich ein Facebook-Aufruf gemacht: Die ersten 10 bekommen einen Glühwein gratis. Leider war ich viel zu spät erst oben, nämlich um 11 Uhr (Sprich: Dauer der Tour satte 4h mit Pausen) und ich war auch viel zu kaputt und wollte einfach nur noch nach Hause. Ich musste ja dann auch noch mit dem Fahrrad nach Hause fahren. Hr. Kohlmayr verzeihen Sie mir bitte an dieser Stelle, beim nächsten Mal!

Die Ab“fahrt“

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Am oberen Ende der Zistelwiese

Also schnell umgezogen, Fotos gemacht, Ski angeschnallt und runter ging’s! Den selben Weg wie hoch. Ich tu‘ mir generell schon schwer mit dem Skifahren bei engen Waldwegen und noch viel schwerer bei engen Waldwegen mit Bruchharsch. Das war also nicht gerade ein Hochgenuss da runter zu kurven. Trotzdem ging es schneller als zu Fuß und darüber war ich sehr froh. Auf der Wiese über der Zistel war es direkt traumhaft. Viel Platz zum Bogen schwingen, erträgliche Schneemengen, angenehme Steigung. Ein kleiner Hochgenuss auf dieser wahrlichen Tortur.

Danach dann kam das verhasste Waldstück… nach den ersten paar Metern war mir klar, dass ich da nicht wirklich brauchbar hinunter komme. Mir blieb nichts anderes übrig als die Ski abzuschnallen. Ich bin bis zur Bushaltestelle an der Kreuzung zur Gänsbrunnstraße gekommen und hab mir dort dann die Schuhe angezogen. Dummerweise hab ich meine Grödeln nicht dabei gehabt, die hätte ich nur allzu gut gebrauchen können. Die ganze Straße war vereist und ich hab fast schon wieder bereut, dass ich mir die Ski abgeschnallt habe. Aber egal… irgendwie hab ich mich immer weiter runter gekämpft. Mir kamen ein paar Radfahrer und Wanderer entgegen. Echt lustig diese Jahreszeit. Da trifft man echt alles am Berg: Skifahrer, Radfahrer, Wanderer, Schneeschuh-Wanderer.

Ich hab so gejubelt als ich endlich wieder bei meinem Fahrrad war. Uff, das schlimmste war geschafft. Jetzt nur noch heim und unter die Dusche.

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Seltener Anblick: Festung, Ski und Fahrrad in einem Bild

Unten angekommen kam dann doch noch der Stolz. Und ein ziemlich lustiges Gefühl mit Ski am Rücken auf dem Fahrrad durch Salzburg zu fahren… Kann ich nur empfehlen, wenn man nicht allzu empfindlich gegen die Blicke der Leute ist.

Ich hoffe ich kann diese Tour irgendwannn bei besserem Wetter nachholen und daraus eine Gaisberg’sche Genusstour machen.

Bis dahin liebe Grüße,
eure Romana

PS: Wie ihr seht, wird hier nichts beschönigt. Jeder (vor allem Anfänger) hat kleinere und größere Rückschläge zu verarbeiten. Es kann nicht immer alles reibungslos funktionieren. Aber man muss alles auch positiv sehen: Der Trainingseffekt war enorm, ich bin superstolz endlich am Gaisberg mit Ski gewesen zu sein und hab noch viel Potential mich zu verbessern. Hauptsache ist: DRAN BLEIBEN!

2 Gedanken zu „[Skitour] bzw. Ski-To(rt)ur Gaisberg 1287 m“

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