Anfänger, Bergtour, Skitour

[Skitour] Hochkeil 1782 m von Bischofshofen

Eckdaten:

Art der Tour: Skitour
Ziel: Hochkeil-Gipfel 1782m
Talort: Bischofshofen
Startpunkt: Parkplatz Friedhof bzw. Langlaufloipe
Dauer Aufstieg: normal ca. 3h – ich 4h
Dauer Abfahrt/Abstieg: ca. 30 min für 1000HM über den präparierten Knappensteig
Höhenmeter Aufstieg: 1210 HM
Schwierigkeit: leicht
Anreise: Zug
Wetter: Sonne
Pistenzustand: präparierte Piste, minimal eisig
Einkehrmöglichkeit: Arthurhaus, Bischofshofen
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Seit Tagen schon, prophezeite der Wetterbericht wunderschönsten Sonnenschein am Wochenende und dass man bloß nicht zuhause bleiben sollte. Aufgrund einer Weisheitszahn-OP hatte ich ausnahmsweise sogar frei und damit stand, für mich Frischluftfanatikerin, fest: Ich mache ein Skitour. Aber welche? Der Ausgangspunkt muss mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen sein und die Tour sollte etwas länger dauern als meine sonstigen Kurztrips von rund 2h im Aufstieg.

Der Tipp den Hochkeil zu machen, kam von Dani van K, die diese Tour ein paar Tage zuvor gemacht hat. Danke an dieser Stelle noch einmal für den Tourentipp.

Die Anreise

Wie bereits erwähnt, war eine der Bedingungen für die Tour die leichte Erreichbarkeit. Von Salzburg aus fährt im Halbstunden-Takt die S-Bahn (S3) Richtung Bischofshofen. Die Fahrtdauer beträgt rund eine Stunde und ist von einem herrlichen Panorama der Salzburger Bergwelt begleitet.

Leider ist die Fahrkarte nicht ganz so günstig, aber das wäre Benzin ja auch nicht. Eine Fahrt kostet ohne Kernzone 9,70 € und mit Kernzone 11 €. Ich hatte vom Vortag noch ein 24h Ticket, also hat mich die Fahrt insgesamt 20,70 € gekostet.

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Bhf Aiglhof: Bereit zur Abfahrt

Am Bahnhof in Bischofshofen angekommen, ist der Weiterweg bis zum Friedhof, dem Startpunkt der Tour, relativ leicht zu finden und dauert rund 5 Minuten zu Fuß.
An dieser Stelle sei erwähnt, wie toll es am Land ist. Ich wurde von allen (!!!) Menschen gegrüßt. So etwas wäre in der Stadt Salzburg unvorstellbar. Für einen Misanthrop wird das womöglich zur Geduldsprobe aber hach, ich hab mich da sofort wohl und heimelig gefühlt.

 

Der Aufstieg

Die Route beginnt direkt an der Langlaufloipe neben dem Friedhof und ist nicht zu verfehlen. Wenn im Tal genügend Schnee liegt, trifft man vor Ort ohnehin auf genügend andere Tourengeher, denen man einfach nur hinterhertrotteln muss.
Sollte einem einer davon zu schnellen Schrittes unterwegs sein, dann kommt schon bald der Nächste hinterher…

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Ausblick von der Langlaufloipe aus: Herrliches Gebirgspanorama

Nach ca. einem Drittel des Anstieges kommt eine Abzweigung nach links, an der sich der Aufstiegs- und der Abfahrtsweg teilen. Ich hab an dieser Stelle leider eine Abzweigung zu früh genommen (was folge ich auch nicht dem blöden Richtungspfeil!?) und bin in ein sehr steiles und unwegsames Geländestück geraten. In diesem kurzen Teilabschnitt musste ich extrem schräg und in Schieflage auftreten und hab mir dadurch eine meiner Steighilfen verbogen. Notdürftig repariert kam ich noch ein paar Meter weiter, bis sie dann leider endgültig gebrochen ist.
Ich wusste von Dani, dass der Rest der Tour zwar noch lange war, aber zum Glück relativ flach. Ich hatte nicht vor so schnell aufzugeben und so habe ich beschlossen so weit es geht, weiterzugehen. Unter anderem um meine treuen Ski-Begleiter (7 Jahre) abschließend zu würdigen.

Das zweite Drittel besteht zum Großteil aus Wald. Man sieht weder andere Menschen noch den Anflug eines Panoramas. Das kann ziemlich ernüchternd sein: Bäume, Sträucher, Bäume, Schnee, Bäume… man verfällt in eine Art meditativen Zustand. Die Highlights sind u.a. wenn sich der Weg teilt. Es ist relativ egal welcher Spur man folgt, denn sie kommen immer wieder zusammen. An den Schlüsselstellen sind Pfeile angebracht (denen man folgen sollte!). Man kann sich „eigentlich“ nicht wirklich verlaufen. Und das sage ich als totaler Orientierungsmuffel…

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Orientierungshilfe

Als motivierend empfand ich die Schilder am Wegesrand, auf denen zu erkennen war, wie weit es noch bis zum Gipfel ist. Manche stört das, aber ich fand’s wirklich beruhigend. Man weiß, dass man am richtig ist (vor allem bei Solotouren ein Vorteil) und wie man sich die verbleibende Kraft einteilen muss.
Mein letztes Schild kam 350HM unter dem Gipfel… das Schlussstück ist etwas lichter mit nicht mehr ganz so vielen Bäumen. Das traumhafte Gipfelpanorma war bereits zu erahnen.

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Der Hochkönig kommt zum Vorschein

Hinter dem Horizont ging das majestätische Hochkönig-Massiv auf. Nicht nur unter der Jacke wurde es wohlig warm, sondern auch um’s Herz.

Und schwupps war er da… der Hochkeil-Gipfel.

Der Gipfel

Wow, schon oben! Die letzten Meter gingen ja weit schneller als ich dachte

Ich kann es wirklich nicht besser beschreiben. Genau DAS hab ich mir in diesem Moment gedacht.
Das ist einer dieser Berge, wo man das Gipfelkreuz wirklich erst ganz zum Schluss sieht, wenn man schon am Bergrücken steht. Das Einzige, das man schon von weiter unten sieht, ist eine am Rand des Gipfelpodests positionierte Gondel. Ein superlustiger Mensch, der sich das ausgedacht hat. Leider war sie schon besetzt, sonst hätte ich mich dort drin umgezogen und aufgewärmt.

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Die Gondel ist in der Ferne zu sehen

Ich hatte wahnsinniges Glück bei meinem Gipfelsieg. Es waren kaum Menschen oben und die Sonne erfreute uns noch mit all ihrer Pracht. Die Sicht war wirklich grandios. Bis zum Großglockner hat man gesehen. Besonders fasziniert in seiner Form hat mich auch das Wiesbachhorn. Ich finde, das herrliche, weitreichende Panorama hat defintiv eine Erwähnung verdient, neben dem allzu präsenten Hochkönig-Massiv gegenüber.
In eben jenem konnte man in der Steilwand unter den Mandlwänden Spuren erkennen. Verrückt, wer sich da hinunterschmeisst! *hihi* Nein, nein, aus mir wird kein Steilwand-Skifahrer mehr, oder… hmm?

Da es wie zumeist um diese Jahreszeit noch zu kalt am Gipfel ist für eine Gipfelpause und -jause, wurden schnell noch die obligatorischen Fotos gemacht, sich umgezogen und dann ging’s leider auch schon wieder runter.

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Lohnender Gipfel-Ausblick
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RIP Ski – Das wahrscheinlich letzte Bild mit meine treuen Begleitern
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Das obligatorische Gipfel-Selfie

Die Abfahrt

Der Schnee im obersten Stück bevor man auf die Piste kommt, war leider schon ziemlich aufgeweicht und matschig. Da hat es mich dann zum ersten Mal dieses Jahr hingelegt. So richtig schön im Purzelbaum-Stil bin ich den Hang runtergekullert. Egal, wenigstens bin ich weich gefallen. Haltungsnote 1 haha!
Ein paar Meter weiter kommt eine klassische Skipiste, auf der man bis zum Ausgangspunkt zurück fahren kann, der sogenannte „Knappensteig“. Ich konnte noch im Hellen abfahren und genießen wie die Berge in der Umgebung golden glänzten im näher kommenden Abendrot.

Unten im Tal angekommen, hab‘ ich mir noch schnell wieder meine Schuhe und eine zusätzliche Jacke angezogen. Das Zeug hab‘ ich vor der Tour dort unter einer kleinen Holzhütte versteckt. Jedes zusätzliche Gewicht merkt man bei Touren v.a. so langen und das Verstecken ist eigentlich gang und gäbe, wenn man kein Auto zum Verstauen dabei hat.

Glücklich über den Erfolg der Tour ging’s wieder zurück zum Bahnhof. Ich bin punktgenau zum nächsten Zug Richtung Salzburg angekommen. Perfekt. Die lange Zugfahrt eignet sichhervorragend um die Eindrücke des Tages noch einmal auf sich wirken zu lassen, zu chillen, endlich was zu essen und vor sich hin zu träumen.

Bis auf meine kaputte Bindung war das wirklich eine wunderschöne Skitour, die man relativ einfach auch als Einsteiger machen kann, da sie zwar lang aber relativ flach ist, gut beschildert und leicht zu erreichen.

Ich wünsche euch weiterhin viel Spaß auf euren Touren! Wir haben dieses Jahr Glück mit dem Winter! Bei Fragen rund um meine Touren, könnt ihr mich sehr gerne kontaktieren!

Bis bald,
eure Romana

 

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