Tipps und Tricks

[Tipps und Tricks] Skitouren-Einsteigertipps: Teil 2 – Die richtige Kleidung

Die richtige Kleidung

Bewährt hat sich bei Skitouren das Zwiebelprinzip! Beim Sport in der Kälte macht sich das Konzept wesentlich stärker bemerkbar als bei anderen Sportarten.

Oberkörper

sol_116-0363-0111_pic1_1Unterste Schicht: Unterwäsche

Diese Schicht liegt direkt am Körper an und sollte daher funktional sein, sprich den Schweiß vom Körper weg transportieren. Als ich zum Tourengehen angefangen habe, bin ich ein paar Mal ohne Funktionswäsche gegangen. Es geht, aber man merkt einen deutlichen Unterschied, spätestens wenn es feucht (und in der Folge kalt) am Rücken wird.

Mein derzeitiges Lieblingskleidungsstück ist ein Langarm-Funktionsshirt von Hofer um 7,99 €. Wie ihr seht muss funktionale Wäsche nicht teuer sein. Das Teil trage ich diese Saison bei jeder Tour und ich bin vollauf zufrieden. Es bleibt nahezu trocken, weil der Feuchtigkeitstransport so gut funktioniert.

Eine gute Kombination ist klassische Ski-Unterwäsche. Die lange Hose für unter der Tourenhose und obenrum ein Langarm-Shirt.

Mittelschicht

sol_005-1389-0511_pic1_1Bei warmen Temperaturen im Frühjahr und Sonnenschein verzichte ich meist auf diese Schicht während des Aufstieges. Vor allem bei Anstrengung wird zu viel Gewand zu schnell  zu warm und man kommt sich vor, als würde man in einer mobilen Sauna umherwandern. Als Mittelschicht empfehlenswert ist jedoch eine Fleecejacke oder ein Sweater mit Reißverschluss. So kann diese Schicht bei Bedarf jederzeit leicht aus- oder angezogen werden. Je leichter das Gewicht dieser Jacke, desto besser, da man jedes Gramm den Berg hochschleppen muss.

Spätestens beim Abfahren braucht man die Mittelschicht. Ich trage meistens sogar 2 Fleecejacken (je nach Wetter natürlich).

Äußerste Schicht: Die Jacke

139027_00_dFür die allererste Tour kann man ruhigen Gewissens mit einer normalen Skijacke gehen. Wer diesen Sport für sich entdeckt, wird jedoch sehr bald feststellen, dass diese während des Aufstieges viel zu warm wird und viel zu schwer ist.

Besser bedient ist man mit einer Softshell-Jacke oder einer speziell gekennzeichneten Touren-Jacke. Derzeit sind Daunen überaus in Mode.
Ich besitze seit dieser Saison eine Nordic-Touren-Jacke von Hofer für 35,90€, die sich bisher bewährt hat. Ein ausführlicher Testbericht folgt.
Davor bin ich mit Softshell-Jacken sehr gut gefahren. Die gibt es in jeder Preisklasse.
Eine Kapuze, wenn dran ist, schadet definitiv nicht!

Kopf

Dünne Haube oder Stirnband zum Raufgehen, Skihelm zum Runterfahren. Auch wenn es etwas mühselig ist den raufzutragen, fühle ich mich vor allem in offenem Gelände wesentlich sicherer mit einem Helm. Es kann jederzeit irgendwo ein Stein rausstehen, man stürzt, schlägt sich den Kopf auf und das war’s dann. Da geht Sicherheit ganz klar vor. Ausserdem halten Skihelme wesentlich wärmer als Hauben und sehen auch irgendwie cooler aus 🙂 Dazu gehört die passende Skibrille.

Optional bei Sonnenschein… die Sonnenbrille.

Hals

artub-1-0Ich schwöre auf Multifunktions-Halstucher! Sie sind klein, leicht und funktional. Es gibt nichts Besseres. Wem die Markentücher zu teuer sind (15€ aufwärts) dem empfehle ich in Motorradläden zu schauen. Dort gibt es No-Name-Tücher für ein paar Euro. Eines meiner Tücher von Louis (Motorradgeschäft hier in der Nähe) hat ganze 1,50€ gekostet.

Ich hab auf Touren meistens 2 Tücher dabei. Eines für den Hals und das andere ziehe ich mir über den Kopf unter dem Skihelm als zusätzliche Wärmeschicht.

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Anwendungsmöglichkeiten von „Buffs“

Hände

Dünne Tourenhandschuhe mit Softshellmaterial oder Fleece. Keine Wollhandschuhe, denn diese können zu Eisklumpen gefrieren. Dicke Skihandschuhe sind erst zum Abfahren empfehlenswert. Man muss theoretisch keine 2 Paar Handschuhe mitnehmen, aber mir ist chronisch zu kalt, daher pack ich mir immer die dicken zum Runter fahren ein.

Untenrum

d100001001682942Als Hose eignen sich theoretisch ganz normale winterfeste Bergtourenhosen. Ideal sind jedoch welche, die am Beinende einen Reißverschluss haben, damit man sie über die Ski-Schuhe bekommt. Als Alternative kann man Gamaschen verwenden, denn Schnee im Ski-Schuh ist äußerst unangenehm. Darunter trägt der moderne Skitouren-Geher wahlweise eine Ski-Unterhose, Strumpfhose (keine Nylonstrümpfe!) oder Leggins.

Füße

skisockenSki-Socken! Diese sind sehr zu empfehlen, da würd ich nicht zu einer Alternative greifen. Ski-Socken gehen weiter rauf, ähnlich wie Stutzen und schützen das Bein vor der Reibung durch den Ski-Schuh. Das kann mit der Zeit extrem ungut werden. Ich glaub ich bin selbst mit Ski-Socken noch nie eine Tour gegangen, wo die Füße nicht irgendwo gedrückt hätten. Ski-Socken gibts schon ab 7 Euro beim Hofer. Die sind das Geld auf jeden Fall wert. Gerade für kleinere Anfängertouren sind die Discounter-Sachen durchaus brauchbar und ausreichend. Ich verwende selbst Klamotten von Hofer und Lidl und kann mich nicht beschweren. Ich hatte schon Markenzeug, das kurzlebiger war.

Der Rucksack

ps-1215-skitouren-special-skitouren-rucksack-deuter-on-top-tour-abs-40Anders als beim normalen Alpin-Skifahren benötigt man fürs Touren gehen zwingend einen Rucksack. In diesen kommt: Wechselgewand, Verpflegung, LVS-Ausrüstung, Taschenlampe, Erste-Hilfe-Zeug, etc.

Ebenso kann es passieren, dass man die Ski abschnallen muss (v.a. bei Frühjahrstouren oder im Hochgebirge). In diesem Fall ist es unerlässlich, dass man sich die Ski auf den Rucksack schnallen kann.

Worauf man beim Rucksack-Kauf achten sollte:

(Die Daten beziehen sich auf Standard-Anfänger-Touren)

  • Fassungsvermögen ~30L
  • Brust- UND Hüftgurt
  • Verstellbare Trageriemen
  • Rückenpolsterung
  • Außenfächer (Deckel- und/oder Seitenfächer)
  • Seitenriemen (z.B. um die Ski oder Skistecken anzubringen)

Preislich bekommt man gute Trekking-Rucksäcke ab ca. 100 €. Man kann selbstverständlich günstigere Modelle nutzen, dabei fehlen jedoch meist ein oder mehrere Merkmale der obigen Liste. Bei 1-5 Touren im Jahr wird das kaum ins Gewicht fallen, aber bei regelmäßigen Ausflügen merkt man schnell, dass man nicht um einen guten Rucksack herum kommt.

Das ist eines der wenigen Stücke, wo ich gute Qualität und Markenequipment empfehle. Ich hatte schon unzählige Billig-Rucksäcke und nach spätestens 2-3 Touren das erste Loch drin (an der Naht gerissen). Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch auf Dauer teurer.

Eine gute Anlaufstelle für Schnäppchen sind hier Flohmärkte. Dort gibt es viele verschiedene Rucksack-Modelle und die Verkäufer wissen oft gar nicht, was für Schätze sich darunter verbergen. Ebenso eine Option sind Second-Hand-Läden.

Die speziellen Lawinen-Rucksäcke behandle ich in Teil 3 näher.

Weitere Skitouren-Einsteigertipps gibt es hier:

Skitouren-Einsteigertipps Teil 1: Tourenski & Schuhe

Skitouren-Einsteigertipps Teil 3: Die Sache mit den Lawinen

Skitouren-Einsteigertipps Teil 4: Tourenplanung

Skitouren-Einsteigertipps Teil 5: Die richtige Technik bei Aufstieg und Abfahrt

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