Bergtour, Fortgeschrittene, Skitour

[Skitour] Königsberghorn 1621 m

Eckdaten:

Art der Tour: Skitour
Ziel: Königsberghorn-Gipfel 1621 m
Talort: Hintersee
Startpunkt: Parkplatz Hintersee-Aschau
Dauer Aufstieg: normal 2h30m / ich 3h
Abfahrt: 500 HM steiler, hindernisfreier, relativ schneesicherer Nordhang
Höhenmeter Aufstieg: 900HM
Schwierigkeit: mittel
Anreise: Bus 155 bis Hintersee-Aschau (gratis mit Skiausrüstung) oder Auto
Wetter: Sonne
Pistenzustand: pulverig mit leichtem Harschdeckel
Einkehrmöglichkeit: Direkt dort keine, nächstgelegene Orte sind: Hintersee, Faistenau und Hof


Der Hang am Königsberghorn ist wortwörtlich ein steiler Ritt.
Aber hey… steil ist geil!!

Nach dieser Skitour, zuhause auf der wohlverdienten Couch, kommt es mir so vor, als hätte ich Sex mit diesem Berg gehabt – Ehrlich! Kennt ihr das, wenn ihr nach einer heißen Nacht so ein Ziehen in der Hüfte habt? Dazu die Erkenntnis, dass sogar im Poppes so etwas wie Restmuskeln sein müssen, die weh tun können. Ai ai ai, da hat mir der Berg gezeigt, wer hier der Chef ist. Aber er war auch gnädig, denn nach dem harten  Aufstieg (Wortspiel beabsichtigt) kam die wohlige Abfahrt…

So abwegig ist diese Sex-Theorie eigentlich gar nicht, denn ich fühle im Moment Liebe, Gelassenheit, Entspanntheit, Glückseligkeit, Zufriedenheit… alles in einem… Da hat der Berg dem Sex sogar ein bisschen was voraus, denn bei Zweiterem ist das nicht zwangsläufig so 😛

Aber alles von Anfang an:


Die Anreise

Der Startpunkt zum Königsberghorn ist relativ gut mit dem Bus erreichbar. Da ich bei dieser Skitour alleine unterwegs war, habe ich mich unter anderem deswegen dafür entschieden, weil man in der Nähe einer Bushaltestelle los geht. Und zwar ganz genau bei der Haltestelle Hintersee-Aschau.

Von Salzburg fährt man mit der Linie 150 bis Hof Ortsmitte und dann mit der Linie 155 weiter bis Hintersee. Die Busse sind häufig sehr voll und die Fahrer sind es gewohnt Skifahrer zu transportieren, daher legen sie Wert darauf, dass die Skier unten im Gepäckfach verstaut werden.

Wenn das Skigebiet Gaissau-Hintersee in Betrieb ist, dann ist die Busfahrt „in Ausübung des Wintersports“ kostenlos. Na, da war ich aber mal echt positiv überrascht! Normalpreis dieser Fahrt ist ca. 8 Euro.

Für die Autofahrer: Bei der Bushaltestelle Hintersee-Aschau links abbiegen. (Gelbe Wegweiser Richtung Königsberghorn). Man überquert ein kleines Brückchen und gleich danach kommt auf der rechten Seite ein Parkplatz.


Der Aufstieg

Die Wegfindung gestaltet sich anfangs etwas schwierig, wenn man hier noch nie war. In sämtlichen Tourenberichten, die ich online finden konnte, war der Weg jeweils etwas anders beschrieben. Ich werde daher in meinem Bericht in meinen eigenen Worten angeben, wie genau ich gegangen bin.

Es gibt 2 verschiedene Anstiege zum Nordhang:

Variante 1: Länger und leichter

Vom Parkplatz weg folgt man der Forststraße (rechts in der Wiese befindet sich ein hölzerner Wegweiser) bis man zu einem Schranken kommt. Hier gabelt sich der Weg und wir wählen den linken Weg am Schranken vorbei.
Bei der Anhöhe angekommen, befindet sich an der linken Straßenseite ein Jäger-Hochstand. Gegenüber von diesem Hochstand ist eine Wiese. Hier kann man in der Regel bereits Spuren von Tourengehern erkennen. Wenn ihr die Ski noch nicht angelegt habt, könnt‘ ihr spätestens hier den Anfellplatz wählen.

Der Wiese aufwärts entlang den meist vorhandenen Tourengeher-Spuren folgen bis zu einem Wald-Durchschlupf. Hier trifft man erneut auf die Forststraße und einem Wegweiser Richtung Schafbachalm (Forststraße 854).

Ab hier folgt man einfach blind dem Straßenverlauf bis zum nächsten Schild Richtung Königsberghorn. Lasst euch nicht entmutigen, das Schild kommt! Es ist nur ein Stück weit entfernt. Als Anhaltspunkt: Man überquert den Marchgraben und sieht immer wieder mal rechts von sich Skispuren im Hang. Diese Straße ist die eigentliche Abfahrtsspur, aber wer es gemütlicher mag, der kann natürlich ebensogut hier aufsteigen. Das wusste ich z.B. vorher nicht und bin kurz vor dem zweiten Schild umgedreht, zurückgegangen und zu Variante 2 abgebogen.

Man sieht dann bereits von der Forststraße aus den gewaltigen Hang des Königsberghorns aufragen. Hier einfach der logischen Richtung (oder den vorhandenen Spuren) zum Fuß des Hanges folgen.

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Die Forststraße schlängelt sich Richtung Königsberghorn

Variante 2: Abkürzung durch den Wald

Vom Parkplatz weg kann man direkt über die Wiesen, links an den Holzhütten vorbei, bereits den Hang entlang aufsteigen, bis man zur Forststraße kommt. Diese querend bei dem bereits in Variante 1 erwähnten Jäger-Hochstand auf der Anhöhe auf die gegenüberliegende Wiese und durch den waldigen Durchschlupf.

Kurz nach dem Schild Richtung Tiefbrunnau/Schafbachalm kommt rechts erneut eine kleine Wiese mit einer Waldgrenze. Als ich diese Skitour gegangen bin, waren hier bereits ausgetretene Spuren bergan. Die logische Schlussfolgerung ist es, diesen zu folgen. Laut Plan, den ich dabei hatte, kam die Richtung sehr gut hin. Wenn hier keine Spuren gewesen wären, hätte ich wohl eher die Variante 1 für den Aufstieg gewählt.

Diese Route führt rechts der Forststraße und des Marchgrabens entlang querfeldein durch den Wald. Diese Variante ist vor allem bei guten Schneeverhältnissen zu empfehlen, denn auf dieser Seite des Grabens wird es recht schnell aper. Ich musste beispielsweise ein paar Mal auf Stein und Laub treten. Hier haben mich dann zwei weitere Tourengeher eingeholt. Die beiden waren sich auch nicht zu hundert Prozent sicher bezüglich der Wegfindung und so haben wir uns zusammen getan und den Kampf gemeinsam auf uns genommen. Auf dieser Route tummeln sich nicht wirklich viele Menschen (einer der Vorteile dieser Tour) und schon gar nicht unter der Woche (wo ich meistens unterwegs bin). Aber so ein bisschen mulmig ist es manchmal doch so ganz alleine, vor allem wenn man den Weg nicht kennt.

Kurz bevor man zum Fuße des Nordhangs kommt, geht man noch an einer kleinen Hütte im Wald vorbei. Wenn ihr die seht, dann seid ihr auf jeden Fall richtig.


Der wunderbare Königsberghorn-Nordhang

Dieser Hang ist einer der Gründe diese Skitour auf sich zu nehmen. Nahezu 500 HM pulversicherer Hang ohne großartige Hindernisse, steil, wunderschön und geil. Wahnsinn. Die Vorfreude sich da hinunter zu stürzen steigt ins Unermessliche, wenn man am Fuße dieser Gipfelwand steht.

Achtung: Diese Skitour ist ab hier nichts mehr für absolute Anfänger! Man sollte schon ein paar Übungshöhenmeter gegangen sein, bevor man sich da hochquält, denn ab hier ist Spitzkehren-Tango angesagt! Das zum Einen und danach kommt ja auch noch die Abfahrt. Sicheres Skifahren im Gelände ist hier unumgänglich.

Wie bereits erwähnt, tanzt man ab hier den Spitzkehren-Tango. Wer diese noch nicht perfekt beherrscht, steht vor dem idealen Übungshang. Ohne „Kick“ geht nämlich hier gar nichts. Inmitten des Hanges kann man bereits das wirklich unglaubliche Panorama erahnen.

Gefühlte 100 Spitzkehren später erreicht man den Kammrücken des Königsberghorns. Die letzten Meter zum Gipfel schreitet man umringt von einem Wahnsinnspanorama empor. Ich wollte zwar unbedingt endlich oben sein, konnte aber nicht anders als ehrführchtig hinauf zu schreiten, statt zu hetzen.

Meine zwei Zufallsbegleiter haben bereits oben auf mich gewartet.


Der Gipfel

360 ° herrlichstes Bergpanorama.

Obwohl das Königsberghorn nicht so hoch ist mit seinen 1621 m so steht es relativ frei und man bekommt einen wunderbaren Ausblick auf die umringende Bergwelt. Jeder Schritt da hinauf, zahlt sich somit doppelt aus. An diesem Tag war das Wetter ideal, so ließ es sich oben am Gipfel gut aushalten in der Sonne. Es ging kaum Wind und die Temperaturen waren angenehm. Ich kann mir vorstellen, dass es bei stürmischeren Verhältnissen da oben ganz schön ungemütlich werden kann.

Schnell umziehen, kurz was trinken, abfellen, Schuhe zumachen, Fotos knipsen und ab geht die Post!


Die Abfahrt

Endlich endlich endlich! Wuhuuuuuuu!

Darauf hab ich mich bereits bei der Planung am meisten gefreut und ich wurde nicht enttäuscht. Die Lawinenvorhersagen waren einwandfrei, das Wetter spielte mit, der Schnee war noch okay (dünne Bruchharsch-Schicht, darunter locker) – easy going also.

Hüpfer nach links, Hüpfer nach rechts, hüpf, hüpf, hüpf – voller Freude ging es den Hang hinab. Ok, zugegeben… der männliche Begleiter war über alle Berge und wir zwei Damen kamen in etwas langsamerem Tempo und mit brennenden Schenkeln (haha sorry, ich musste eben wieder an die Sex-Theorie denken) hinterher.

Wir haben einheitlich beschlossen den Spuren zu folgen die rechts den Graben überqueren und auf der Forststraße enden. Wie sich heraus gestellt hat, war das genau richtig so und es ging die letzten Meter die Forststraße entlang. Das war leider etwas öde und ernüchternd nach so einer Traum-Abfahrt, aber was soll man machen.

Wenigstens kamen gegen Ende der Abfahrt noch die zwei kleinen Wiesenhänge vom Anfang. Immerhin.

Am Auto angekommen waren wir trotzdem fix und foxi von dieser fordernden Tour.

Die Zwei haben mich dann netterweise bis nach Hof mitgenommen. Da hab ich mir einen Teil der Busfahrt gespart. Ich muss leider ehrlich gestehen, dass es mit einem Auto IMMER gemütlicher ist und wenn ich mir eines leisten könnte, dann würde ich niemals mit den Öffis zu einer Skitour aufbrechen. Aber nachdem es nicht anders geht, kämpft man sich eben so durch.

Diese Skitour ist ein Beispiel dafür abzuchecken, ob ihr euch schon gesteigert habt. Das ist keine reine Anfänger-Tour mehr, sondern bereits „the next level“. Technisch gesehen hatte ich hier absolut keine Probleme, nur das übliche Problem mit der Kraft und Kondition. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, das wird sich schon noch bessern mit der Zeit. Dran bleiben ist die Devise!

Ich wünsche euch allen da draussen noch fröhliche Touren und eine schöne Zeit am Berg!

Und wer weiß… vielleicht steht in 9 Monaten ein kleines Prinzessinnenhörnchen in Hintersee…

Bis bald!

Eure Romana

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