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7 leicht zu erreichende Wanderziele in Salzburger Stadtnähe

Kein Auto? Kein Problem! – Ihr habt die Nase voll davon im Tal zu bleiben, nur weil ihr nicht wisst, wie ihr überhaupt zu einem Berg hin kommen sollt?

Ich habe einige lohnende Ziele gesammelt, für die man nicht zwingend ein Auto braucht und die ohne allzu großen logistischen Aufwand erreichbar sind.

Viel Spaß und Berg Heil!


Salzburger Stadtberge

Mitten im Herzen der Stadt befinden sich bereits zwei wunderbare Erhebungen, die man nicht unterschätzen sollte. Das ist zum einen der Festungsberg, genauer gesagt der Mönchsberg und gegenüberliegend der Kapuzinerberg, auf dem sich das gleichnamige Kloster befindet.

Der Mönchsberg

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Blick zur Festung Hohensalzburg (Foto: Tourismus Salzburg)

Unverkennbar das Wahrzeichen unserer schönen Stadt ist die Festung Hohensalzburg. Der Mönchsberg hat aber weit mehr zu bieten, als nur den schönen Ausblick von der Burg. Er verfügt über unzählige Spazier- und Wanderwege. Wer es auf die „harte“ Tour mag, findet herrliche Trailrunning-Strecken rund um den Berg. Der Fantasie sind grundsätzlich keine Grenzen gesetzt. Sogar eine Kletterwand mit verschiedensten Schwierigkeitsstufen gibt es. Diese befindet sich auf der Müllner Schanze. Wer klettern möchte und sein Geld lieber anders investiert als in eine Kletterhalle, ist hier bestens bedient. Man ist an der frischen Luft, es ist gratis und naja… Kletterherz, was willst du mehr?

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Kletterwand an der Müllner Schanze (Foto: bergsteigen.com)
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Die Topo der Kletterwand Müllner Schanze (Quelle: bergsteigen.com)


Mögliche Aufgänge zum Mönchsberg sind:

  • Toscaninihof, rechts die steinernen Treppen hoch (Clemens-Holzmeister-Stiege), über dem Felsenkeller
  • Festungsgasse (Richtung Stieglkeller), rechts die Treppen hoch (Wegweiser vorhanden)
  • Neutor, auf der stadtauswärtigen Seite geht rechts neben dem Eingang zur Garage ein Weg hoch. (Bucklreuthstraße)
  • Über die Nonnbergstiege, vorbei am Kloster Nonnberg
  • Von Mülln über die Müllner Schanze (der Weg der Kletterer und/oder Bräustübl-Besucher – kann ich ebenfalls sehr empfehlen 😉 )
  • Von der Brunnhausgasse durch das Bürgermeisterloch
  • Und zu guter Letzt: von der Gstättengasse mit dem Mönchsberg-Aufzug
    (Preis für eine Fahrt ohne Museumsbesuch 2,30 € bzw. 3,60 € – für Berg- und Talfahrt)

Der Kapuzinerberg

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Der Kapuzinerberg in der Seitenansicht (Foto: thisisbossi – salzburg.citysam.at)

Ähnlich schön wie der Mönchsberg ist der Kapuzinerberg. Auch hier gibt es Rundwege um den gesamten Berg mit verschiedensten Untergründen. Asphaltierte Wege wechseln sich mit Waldwegen ab. Wer einen besonderen Kick sucht, der kann sich am stadteigenen Klettersteig City Wall austoben. Von Schwierigkeit A-E ist alles vorhanden.

Achtung: Der Klettersteig ist von 01.03.- 30.06. gesperrt wegen der Vogelbrut-Zeit!


Mögliche Aufgänge zum Kapuzinerberg sind:

  • Über die Imbergstiege, von der Steingasse aus
  • Von der Linzergasse, durch das Franziskustor
  • Von der Fürbergstraße über den Doblerweg
  • City Wall – Klettersteig in der Glockengasse
    (Klettersteigset inkl. Helm erforderlich!)

Die Variante als Rundweg könnt ihr unter folgendem Link nachlesen: [Wandertour] Kapuzinerberg – Rundweg


Gaisberg und Nockstein

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Gaisberg mit Sendeturm und der Nockstein (Foto: Franz Kafka – mein.salzburg.com)

Der nächstgelegene Berg zur Stadt Salzburg ist der Gaisberg mit dem berühmten Sendeturm. Mit seinen 1287 m Höhe geht er bereits als richtiger Berg durch, bei dessen Besteigung man immerhin an die 860 Höhenmeter zurück legt. Sein kleiner Seitenzipf, der Nockstein ist ebenfalls ein nicht zu unterschätzender Wanderberg in unmittelbarer Stadtnähe.

Der Gaisberg

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Ausblick vom Gaisberg-Gipfel

Hier findet das Alpinistenherz grundsätzlich alles, was es zum Höherschlagen benötigt. Es gibt unzählige Wanderwege in den verschiedensten Schwierigkeitsstufen. Des Weiteren ist der Gaisberg ideal für Mountainbiker und Downhiller (inkl. Wege durch den Wald für die ganz Mutigen) und diverse andere Sportarten. Ich hab gehört, dass man dort sogar irgendwo klettern gehen kann. Das steht bei mir allerdings noch aus und wird selbstverständlich zu gegebener Zeit nachgetragen.

Im Winter ist er ein nicht zu unterschätzender Skiberg. Ja, sogar eine Skitour ist hier in Stadtnähe und ohne Auto möglich. Natürlich nur bei ausreichender Schneelage. Meine erste Skitour auf den Gaisberg war allerdings eher eine Ski-Tortur… wer mehr darüber wissen möchte —>   >Klick<

Mögliche Wege auf den Gaisberg:

  • Von Aigen, über Schloss Aigen-Aignerpark – genügend Wegweiser vorhanden
  • Von Obergnigl (O-Bus Wendestelle) – Kirchsteig (ab Haus Eichstraße 66)
  • Parsch, Obuskehre Linie 6 – Gersbergweg
  • Als Skitour: Startpunkt in der Gänsbrunnstraße

Es gibt zu den hier erwähnten Wegen diverse Kombinationsmöglichkeiten und Varianten z.B. blaue und rote Wege. Diese bitte je nach eigener Kondition und Erfahrung wählen. Schön sind sie grundsätzlich alle 🙂


Der Nockstein

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Der Gipfel-Anstieg zum Nockstein

Des Gaisbergs kleiner Bruder, der Nockstein, erhebt sich aus dessen nördlicher Flanke und ist ebenfalls ein lohnendes Ziel. Klein, aber oho, denn dort oben geht es ganz schön luftig zu. Das Verlangen nach dem „richtigen Berg-Feeling“ wird hier defintiv gestillt, trotz der etwas geringeren Höhe von 1042 m.

Mögliche Wege auf den Nockstein:

  • Vom Gaisberg-Rundwanderweg durch den „Graben“ – Abzweigung durch Wegweiser gekennzeichnet
  • Von Obergnigl (O-Bus Wendestelle) – Kirchsteig – Auf Höhe Gersbergalm – Abzwg. zum Nockstein folgen
  • Von Guggenthal aus – Anfahrt mit Bus 150/155 bis Haltestelle Guggenthal – Die Tour beginnt bei der Volksschule Guggenthal und ist durch Wegweiser gekennzeichnet – ein wirklich sehr schöner Weg auf den Nockstein – empfehlenswerte Variante!
  • Von Koppl aus – entweder beim Gasthof Riedlwirt (längere Variante) oder vom Parkplatz an der Nocksteinstraße – Afterwork- oder Spaziergangsvariante
    Den kurzen Rundweg habe ich bereits >HIER< beschrieben.

Der Untersberg

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Das Untersbergmassiv vom kl. Barmstein aus gesehen

Der Untersberg ist ein fixer Bestandteil des berühmten Salzburger Berg-Panoramas. Von nahezu überall aus, ist dieser massive Koloss zu sehen. Sein markanter Rücken erstreckt sich von St.Leonhard/Grödig bis nach Berchtesgaden, ins Nachbarland.

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Untersberg im Sonnenuntergang vom Europark aus gesehen


Untersberg
heißt eigentlich das gesamte Bergmassiv. Der Gipfel auf Salzburger Seite, auf dem sich die Seilbahn-Bergstation und das Zeppezauer-Haus befinden, ist das Geiereck. Von diesem aus erreicht man in ca. 30 Geh-Minuten den Salzburger Hochthron, einen der Hauptgipfel des Untersbergs. Der höchste Punkt von 1972 Metern befindet sich jedoch auf deutscher Seite und zwar in Form des Berchtesgadener Hochthrons.

Mögliche Wege zum und auf den Untersberg:

  • Von Salzburger Seite über den Doppler- oder Reitsteig
    Erreichbar mit dem Fahrrad über die Moosstraße oder Buslinie 21 bis zur Haltestelle Glanegg. Dieser Startpunkt ist sogar in Google Maps eingetragen – leicht zu finden.
  • Mit der Seilbahn von St. Leonhard aus – Anfahrt mit Buslinie 25 bis zur Endstation. Diese Variante eignet sich ebenfalls hervorragend, um sich den langen Abstieg zu sparen. Man fährt mit der Seilbahn ab und kommt mit dem Bus direkt wieder zurück in die Stadt.
  • Über die Toni-Lenz-Hütte
    Startpunkt ist der Parkplatz Eishöhle Richtung Marktschellenberg, dieser ist erreichbar mit der Buslinie 840 – Haltestelle Eishöhle Abzweigung
  • Von Hintergern auf den Berchtesgadener Hochthron – Fußweg vom Bhf Berchtesgaden dauert ca. 1h30m – Ich bin diese Strecke bei meiner Uberg-Überquerung umgekehrt gegangen – *uff* sag ich nur! Aber es zahlt sich wirklich aus, der Berchtesgadener Hochthron ist definitiv einen Besuch wert und frisch ausgeruht, geht sich diese Strecke bestimmt leichter, als nach einem ganzen Tag am Berg.
  • Klettersteig Berchtesgadener Hochthron – Schwierigkeit C/D – Ausgangspunkt ist der Ortsteil Ettenberg in Marktschellenberg beim Wanderparkplatz Hinterrossboden. Anfahrt mit dem Bus 840 bis Marktschellenberg – Der Fußweg zum Parkplatz beträgt zusätzliche 5 km. Wenn man ein Fahrrad besitzt, ist die Anreise mit diesem empfehlenswerter.

Es gibt noch viele weitere Wege und Varianten auf den Untersberg, diese lasse ich an dieser Stelle jedoch aus – das sind so viele, das würde (und wird vielleicht auch?) dann ein eigener Blog-Eintrag werden.


Kleiner und großer Barmstein

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v.li.: Kleiner und großer Barmstein (Foto: meinbezirk.at)

Diese zwei markanten Felswände befinden sich in Hallein, der zweitgrößten Stadt im Bundesland Salzburg, im Süden unserer Hauptstadt.

Es gibt den Kleinen Barmstein, dessen Gipfel ein Maibaum ziert und den Großen Barmstein mit seinem langgezogenen Rücken. Beide sind relativ leicht mit dem Bus erreichbar.

Die Barmsteine bieten einige Möglichkeiten, von der leichten Wanderung über künstliche Treppen bis hin zum anspruchsvollen Kletterberg. Es führen etliche Routen verschiedenster Schwierigkeiten durch die beiden Felswände.
Erst kürzlich hatte ich dort meine Kletterpremiere am Barmstein Südgrat mit der Schwierigkeit III-

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Ausblick vom Kleinen Barmstein Richtung Salzburg


Mögliche Wege auf die Barmsteine:

  • Von Kaltenhausen aus – Buslinie 170 bis zur Haltestelle Kaltenhausen – der Weg beginnt auf Höhe der Brauerei Kaltenhausen und ist gut ausgeschildert.
  • Direkt von der Stadt Hallein aus – Der Steig zweigt vor der Kirche rechts ab – Bus 170 bis Kornsteinplatz, optional Bus 160 oder S-Bahn bis zum Bahnhof, dann muss man allerdings den Fußweg in die Altstadt miteinrechnen (ca. 10 – 20 Minuten)
  • Für Sportliche: Anfahrt mit dem Fahrrad – von Salzburg ca. 13 km entlang der Salzach bis direkt ins Halleiner Stadtzentrum.

Einen Blogbericht zu meiner Überquerung der Barmsteine von Kaltenhausen nach Hallein gibt es >HIER<


Schober und Frauenkopf

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Blick zum Schober (Foto: http://www.bergrettung-salzburg.at)

Bereits ein bisschen weiter von der Stadt Salzburg entfernt, aber dennoch relativ gut erreichbar sind der Schober und der Frauenkopf, zwei sich nahestehende Gipfel im Salzkammergut. Da sich diese Wanderung hervorragend als Rundweg eignet, ist sie sehr beliebt und dementsprechend stark frequentiert. Allerdings starten die meisten Wanderer in Thalgau, Richtung Ruine Wartenfels (die Auto-Version).

Für die Bus-Version fahren wir mit der Buslinie 150 bis Fuschl am See. Vom Hotel Mohrenwirt geht man Richtung Seepromenade. Ab dort ist dann der Schober-Gipfel angeschrieben (Wanderweg Nr. 10). Die Gehzeit von hier aus beträgt rund 2 – 2,5 Stunden.

Anfangs ist der Weg auf den Schober noch relativ leicht zu bewältigen, weiter oben gibt es einige steilere Stellen und leichte Kletterpassagen, bei denen man jedoch selbst als einfacher, gemütlicher Wanderer nicht überfordert wird. Im Gegenteil, diese würzen die Tour auf diesen sonst eher einfachen Berg und machen richtiggehend Spaß.

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Der Schober-Gipfel – meist trifft man hier mehr Leute

Wer schnell und unkompliziert auf einen Berg will, ist mit dieser Auswahl gut bedient. Diese Berge sind perfekt geeignet für gemütliche Wanderer, Studenten ohne Auto (und Geld *zwinker*), sportliche Radfahrer und Leute, die eher wenig Zeit haben, jedoch trotzdem nicht auf alpinistisches Flair verzichten wollen.

Viel Spaß beim Erforschen der Salzburger Bergwelt und immer schön auf euch aufpassen!

Bis bald!

PS: Wen das Bergfieber gepackt hat, für den hab ich noch einen speziellen Buchtipp:
Das große kleine Buch: Die Salzburger Hausberge erleben* von Thomas Neuhold und Stefanie Ruep
Dort findet man meine bereits hier angeführten Berge und die dazugehörigen Touren plus noch einige weitere leicht zu erreichende Ziele in der näheren Umgebung.

*unter diesem Link könnt‘ ihr das Buch direkt bei amazon bestellen. Für euch macht es keinen preislichen Unterschied, aber ich würde dafür ein paar Cent bekommen 🙂

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