Anfänger, Bergtour, Wandertour

[Wandertour] Großer und Kleiner Barmstein

Die Barmsteine (oder auch Bamstoana, wie die Einheimischen sagen) – zwei markante und imposante Felswände, die über Hallein empor ragen. Da macht es gar nichts, dass sie nicht so hoch sind, 852 m am höchsten Punkt um genau zu sein.

Ob als Afterwork-Tour, Familienausflug (Kinder sollten absolut trittsicher sein, es ist teilweise ausgesetzt) oder kurze Spontantourdie Barmsteine gehen nahezu immer.

Der Sage nach saß einst der Teufel zwischen dem Großen und Kleinen Barmstein auf einem Felsband und überblickte so das ganze Salzachtal. Eines Tages wanderte eine Prozession Richtung Oberalm und was wäre schlimmer für einen Teufel als eine betende Schar, deren Weihrauch bis zu ihm hinauf wehte?
Er war darüber so erzürnt, dass er los stampfte und wütete bis die Felsen ins Tal hinab stürzten. Aus diesem Grund, sagt man, ist heute die Kluft zwischen den beiden Felswänden. Ab und an stürzen immer noch Felsen herab. Man munkelt, das sei der Teufel, der mit seinem Werk noch nicht ganz zufrieden ist.


Eckdaten:

Route Barmstein

Art der Tour: Wandertour
Ziel: Großer und/oder Kleiner Barmstein-Gipfel
Talort: Hallein
Startpunkt: Bräustübl Kaltenhausen oder Hallein Stadt – Richtung Kirche
Dauer Aufstieg: ca. 1 h
Dauer der gesamten Überschreitung: ca. 2,5 h (reine Gehzeit ohne Pausen)
Höhenmeter: 400 HM
Schwierigkeit: leicht
Anreise: Bus
Wetter: Sonne
Einkehrmöglichkeit: Cafe Barmstoa, Bräustübl Kaltenhausen, Stadt Hallein

Die Details dieser Tour als Kurzversion zum Nachwandern findet ihr hier:
Großer und Kleiner Barmstein (PDF)


Es gibt verschiedene Varianten die Barmsteine zu erklimmen. Im Vorfeld dieses Berichtes habe ich die Barmstein-Überquerung von Kaltenhausen nach Hallein gemacht (ideal für Busfahrer). Daher richten sich die Hard Facts in erster Linie nach dieser Variante. Man kann die einzelnen Stationen und Gipfel aber beliebig variieren bzw. verkürzen, wenn man nicht so viel Zeit hat.

Die Anreise

Mit dem Regionalbus 170 nach Hallein-Kaltenhausen. Der Preis für eine Einzelfahrt beträgt 4,60 € (leider nicht ganz günstig).
Der Bus fährt vom Bahnhof Salzburg über die Haltestellen Mirabellplatz und Rathaus Richtung Alpenstraße und weiter über Niederalm nach Hallein.

Für Sportliche: Entlang der Salzach mit dem Fahrrad – ein wunderschöner und gepflegter Radweg zum größten Teil auf Kies, aber auch mit asphaltierten Passagen.
Salzburg – Hallein: Dauer ca. 1h
Es empfiehlt sich auf der Westseite der Salzach nach Hallein zu fahren (in Flußrichtung links), da man von dieser Seite loswandert.

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Der Startpunkt in Kaltenhausen (rechts im Bild der erste Wegweiser)

Bei Anfahrt mit dem Bus: Die Haltestelle Kaltenhausen ist ein Stück weit nach der Brauerei (ca. 50 m). Obiges Bild hilft bei der weiteren Orientierung. Ihr müsst ein kleines Stück wieder zurück die Straße entlang oder direkt bei der Haltestelle links den Hang hinauf, so kommt ihr letztendlich auch zum Startpunkt.


Der Anstieg

Von Kaltenhausen ist der Weg mit ca. 1h angeschrieben. Das kommt für gemütliche Geher gut hin. Meine Zeit war dieses Mal 50 Minuten bis zum Großen Barmstein inklusive Fotopausen. Der Rekord für den schnellsten Uphill liegt bei ca. 15 Minuten -> da gibt’s also noch genug Potential nach oben 🙂

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Kleiner und Großer Barmstein: Das Ziel ragt direkt vor einem empor

Der Weg beginnt mit einem kurzen Waldstück (das aktuell mit Bärlauch durchzogen ist) und wird von einer querenden Forststraße unterbrochen.
Hier folgt man NICHT der Forststraße, sondern hält sich geradeaus auf dem steiler werdenden Waldweg.

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Bärlauch so weit das Auge reicht (und die Nase riecht)
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Hier geht es entlang (nicht der Forststraße folgen)

Der Weg wechselt sich nun mit schmäleren Waldpassagen und breiteren Geröllstrecken ab. Für Ende März ist es bereits gut trocken und gehbar, ohne in einem Schlammloch stecken zu bleiben.

Die Route verläuft um den Großen Barmstein herum. Bestiegen werden diese beiden Gipfel von der Rückseite. Um sie von der Vorderseite zu besteigen, müsste man Thomas oder Alexander Huber heißen (und im zehnten Schwierigkeitsgrad klettern können).
(Für die, die es nicht glauben: Huberbua erklettert neue Route über Hallein)

Nach ca. halber Strecke kommt man zu dem Wegweiser, an dem man sich entscheiden muss, ob man auf den Großen oder den Kleinen Barmstein gehen möchte.
Für den Großen Barmstein empfehle ich gutes Schuhwerk, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Bereits beim Anstieg gibt es leicht ausgesetzte Passagen. Im Gegensatz zum kleinen Bruder gibt es kaum vorgefertigte Stufen oder ein Seil zum Anhalten.

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Sie müssen sich nun entscheiden…
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Ich gehe nach links Richtung Großer Barmstein
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Hier erwartet einen eine kurze Kletterpassage (mit Drahtseil gesichert)
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Der restliche Weg erstreckt sich über schmale Wege und Felspassagen
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Der Ausblick ist herrlich (Blick Richtung Salzburg)

Nach ca. 20-30 Minuten ist man dann am Gipfel des Großen Barmstein, welchen sogar ein Gipfelkreuz ziert.


Der Gipfel des Großen Barmstein

Am Gipfelplateau versinkt man in eine Welt aus rosa und grün. Wo man auch hinsieht, sprießen die Erica aus der Erde. So eine Armee von Heidekraut habe ich selten wo erlebt.
Das Gipfelkreuz ist klassisch aus Holz mit einem Edelweiß in der Mitte.
Wenn man noch ein Stück weiter geht, kommt man zu einer einladenden Holzbank und einem herrlichen Aussichtspunkt auf den Kleinen Barmstein und das darunter liegende Hallein.
Bitte Vorsicht und nicht zu nahe an den Rand gehen, so einladend es auch sein mag!

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Am Gipfel des Großen Barmstein
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Passend gekleidet zu den vielen Blümchen rund um mich (totally Absicht)
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Tafel am Gipfelkreuz: 852 m, die sich auszahlen
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Am Aussichtspunkt: Blick zum Kleinen Barmstein und Hallein
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Ein sehr einladendes Sitzbänkle

Hinunter geht man den selben Weg wie hinauf, zurück bis zum letzten Wegweiser.


Der Weg zum Kleinen Barmstein

An besagtem Wegweiser, an dem wir vorhin nach links abgebogen sind, folgen wir nun dem Schild Richtung Kleiner Barmstein. Hier geht es ein kurzes Stück bergauf. Dieses Wegstück wird oft begleitet vom Klackern und Scheppern der Karabiner und Expressschlingen, der unzähligen Kletterer, die sich an der Barmstein Westwand versuchen. (Schwierigkeitsgrad VI bis VII – also nichts für Anfänger!)

Nach 2-3 Minuten gehen, kommt bereits der Anstieg zum Kleinen Barmstein in Sichtweite. Dieser besteht zu einem Großteil aus Treppen. Holztreppen, Felstreppen, enge Treppen, weite Treppen, alten Treppen, neuen Treppen, Treppentreppen und andere Treppen…

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Die Einstiegstreppe zum Kleinen Barmstein ist in Sicht

Es folgt eine kleine Auswahl an verschiedensten Treppenarten, die zum Kleinen Barmstein hinauf führen:

Die relativ neue und schöne Holztreppe

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Die gemischte Fels-Holz-Treppe

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Die Felstreppe

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Die noch unfertige Treppe

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Ich bin sichtlich begeistert von dieser Form des Bergsteigens…

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ABER! Der große Vorteil am Kleinen Barmstein ist: Mit dieser Tour kann man Bergneulinge sehr gut motivieren. Der Anstieg ist nicht schwer und der Ausblick am Gipfel ist unschlagbar schön. Ich schlepp da alle meine unerfahrenen Freunde und -Innen hinauf und bis jetzt war noch jeder begeistert. Sogar meine Mama war letztes Jahr oben, mit ihren 62 Lenzen.


Der Gipfel des Kleinen Barmstein

Den Gipfel des Kleinen Barmstein ziert im Normalfall ein Maibaum, statt einem Gipfelkreuz, der jedes Jahr am 1. Mai neu aufgestellt wird. Alle paar Jahre fällt dieser jedoch dem Sturm zum Opfer, so auch dieses Jahr.

Ich füge an dieser Stelle zwei Bilder ein, die ich an meinem Besuch vom 23. Dezember 2016 gemacht habe. Da trohnt der Maibaum noch an seinem gewohnten Platz.

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Zum einen ein Gipfelselfie
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Und zum anderen der Ausblick auf den wunderschönen König Watzmann

Die folgenden Bilder sind wieder aktuell (März 2017):

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Ausblick auf Hallein vom Kleinen Barmstein
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Blick Richtung Salzburg, links im Bild der Große Barmstein
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„Viel Glück am Berg“ – Diese Schilder zieren in letzter Zeit sämtliche Berggipfel in der näheren Umgebung
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Me, Myself and I genießen den Ausblick

Spätestens hier findet man einen guten Platz zum Jausnen und Ausruhen, bevor es wieder hinab in die Zivilisation geht.


Der Abstieg

Ein riiiiiiesengroßer Vorteil der Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist, dass man spontan (oder geplant) andere Wege hinab wie hinauf wählen kann. Man ist nicht davon abhängig, wieder an den Startpunkt zurückkehren zu müssen.

Darum habe ich mich in diesem Fall für eine Überschreitung nach Hallein entschieden.

Unter anderem auch deswegen, damit ich euch Bilder machen kann, solltet ihr von dort aus auf die Barmsteine losgehen wollen.

Der Abstieg vom Kleinen Barmstein erfolgt über die unzähligen, bereits erwähnten Treppen wieder hinab. Ich erledige das meist im Laufschritt. Es klingt vielleicht seltsam, aber ich finde es entspannender für die Knie zu laufen (und man hat es schneller hinter sich). Unten angekommen hält man sich links, dem Zaun entlang. Dieser gehört zu einem Wildtiergehege und wenn man Glück hat, dann kommt man genau richtig zur Fütterungszeit daran vorbei.

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Einfach herrlich im Essen rumzuliegen…

Nach dem Haus, zu dem auch das Cafe Barmstoa gehört, könnte man geradeaus weitergehen. Da kommt man über eine Wiese direkt zu einer asphaltierten Straße (Variante über das Kleinkirchental). Da dieser Weg aber nicht besonders schön ist, empfehle ich die Variante über die Ruine Thürndl (gilt auch für den Aufstieg von Halleiner Seite). Dazu biegt man kurz nach dem Cafe links Richtung Wald ab.

Hier folgt man den Wegmarkierungen leicht aufsteigend zur Ruine Thürndl, ein lohnender Abstecher!

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Die Ruine Thürndl ragt majestätisch in den Himmel…
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…und so sieht’s von der anderen Seite aus.
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Ich vor der Ruine: Da freut sich das Wandererherz!

Ab dann geht es nur noch über den klassischen Waldwanderweg hinab. Dieser ist überall sehr gut mit Wegmarkierungen versehen (österreichische Flagge in dem Fall).

Schwuppsdiwupps bin ich schon unten… so würde der Ausgangspunkt aussehen, wenn man von Halleiner Seite hinauf wandert:

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Wegweiser am Startpunkt Kleinkirchentalweg von Hallein aus

Nach links geht es zu den Barmsteinen über das Kleinkirchental (nicht so schöne, aber einfache Variante).
Nach rechts geht es über die Ruine Thürndl zu den Barmsteinen und optional weiter bis nach Kaltenhausen, der Ruine Gutrat (in Rehhof) oder bis St. Leonhard.

Über den Antoniusweg geht es für mich weiter hinab bis direkt ins Halleiner Stadtzentrum.

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Rechts neben dem Tunnel geht es hinab nach Hallein
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Am unteren Ende des Antoniusweges steht dieser Wegweiser

Wenn ihr von Hallein zu den Barmsteinen gehen möchtet, dann zweigt der Weg kurz vor der Kirche rechts ab. Diese Abzweigung ist durch Wegweiser markiert.

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Ab hier geht die Wanderung los, von Hallein aus gesehen

Wie ihr seht, ist diese Wanderung selbst für Orientierungsmuffel leicht zu bewältigen.

Hoppauf mit euch, es gibt keine Ausreden mehr!

Es ist zwar grundsätzlich eine leichte Wanderung, aber nicht weniger imposant. Die Barmsteine sind schon eine besondere Erscheinung. Ein Besuch lohnt sich eigentlich immer. Da es meine ehemaligen Hausberge sind, war ich schon unzählige Male da oben. Vom Großen Barmstein bin ich sogar schon abgestürzt, davon habe ich heute noch die Narben. Trotzdem zieht es mich immer wieder magisch dorthin zurück. Ich glaub das nennt man „Heimatgefühl“.

Viel Spaß auf eurer Wanderung und immer schön aufpassen!

Beste Grüße!

PS: An warmen Frühlings- und Sommertagen empfehle ich euch zum Abschluss ein Eis in der Eishauptstadt Österreichs. Hallein ist berühmt für seine beiden leckeren Eisdielen „Gelat OK“ und „Dolomiti“. Zum Sitzen und Genießen eignet sich Erstere besser, da sie einen großen Gastgarten haben. Im Vorbeigehen, empfehle ich „Dolomiti“ – wesentlich weniger Andrang, aber mindestens genauso gutes (wenn nicht sogar besseres) Eis!

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