Bergtour, Fortgeschrittene, Klettersteig

[Klettersteig] Echernwand – Hallstatt

Der Echernwand-Klettersteig befindet sich mitten im wunderschönen Hallstatt und ist von dessen einzigartiger Kulisse umgeben. Herrliche Tiefblicke auf den Hallstätter See und das Dachsteingebirge ergänzen diese Tour.

Der Verlauf des Klettersteigs erstreckt sich nahezu komplett über die Südwand des Salzberges, die man bereits vom Seeufer aus deutlich erkennen kann.

Eckdaten:

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Topo ( (c) Kurt Schall)

 

Art der Tour: Klettersteig
Ziel: Bergstation der Salzbergbahn
Talort: Hallstatt
Startpunkt: Talstation der Salzbergbahn
Dauer Aufstieg: ca. 1,5 h
Höhenmeter: 290 HM
Schwierigkeit: C/D (bei der D-Schlüsselstelle: Möglichkeit zum Ausweichen auf B/C)
Anreise: Auto (als Mitfahrer)
Wetter: Sonne
Einkehrmöglichkeit: Gaststätten in Hallstatt

Die Details dieses Klettersteiges als Kurzversion zum Nachklettern findet ihr hier: Klettersteig Echernwand (PDF)

Allgemein gültige Schwierigkeitsskala von Klettersteigen:
In Österreich: A – F

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Die Anreise:

Wenn man, was die Parkplatzsuche angeht, einen langen Geduldsfaden hat, dann steht einer Anreise mit dem Auto grundsätzlich nichts im Wege. Das ist allerdings eine der Grundvoraussetzungen für einen Ausflug nach Hallstatt. Der Nachteil eines so schönen Fleckchen Erdes ist nämlich, dass man dort an sonnigen Tagen niemals alleine hinpilgert, sondern sich das Ziel mit hunderten und tausenden anderen Menschen, größtenteils asiatischer Herkunft, teilen muss.

Wie dem auch sei, nach ca. 30 Minuten im Kreis fahren und viiiiiel Geduld, haben  wir endlich eine Parklücke auf dem völlig überfüllten und nicht ganz günstigen Bezahlparkplatz gefunden. (Unsere Gesamtkosten für’s Parken beliefen sich auf stolze 8 Euro, allerdings mit einem After-Klettersteig-Abstecher ins Ortszentrum – wenn wir schon mal da sind)

Ingesamt gibt es 3 öffentliche Parkplätze in Hallstatt. Nirgendwo sonst darf man sein Gefährt abstellen. Ideal für Klettersteigbesucher ist der P2, denn dieser befindet sich nahe dem Zustieg. Leider war dieser Parkplatz bei unserem Besuch gesperrt, so mussten wir auf P1 ausweichen. P1 verfügt über einen oberirdischen Teil und eine Tiefgarage. Der dritte Parkplatz P3 befindet sich etwas außerhalb von Hallstatt und ist hauptsächlich für Busse und Wohnmobile gedacht. Man darf zwar mit dem PKW  dort parken, aber der Weg zurück war uns dann doch etwas zu weit (1,1 km).

Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist selbstverständlich ebenfalls möglich. Entweder mit dem Zug bis Hallstatt Bahnhof und dann mit der Fähre ans andere Seeufer oder mit dem Bus über Bad Ischl bis zur Haltestelle Hallstatt Lahn.


Der Zustieg

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Übersichtstafel Echernwand-Klettersteig

Der Zustieg ist leicht zu finden und kurz – ideal also für uns „faule“ Klettersteig-Geher. An dem Klischee, dass Kletterer keine langen Zustiege mögen, ist definitiv ein Körnchen Wahrheit dran – wobei ein Klettersteig streng genommen etwas anderes als klettern ist, aber ich schweife ab…

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Vorbei an der Talstation der Salzbergbahn…

Es geht vorbei an der Talstation der Salzbergbahn. Ein kurzes Stück des Weges zweigt man links in den Wald ab (gut beschildert.)

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…direkt hinein in den Wald…

Nach ein paar Minuten Waldmarsch erreicht man die 8 m lange Einstiegsleiter.

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…und schon steht man beim Einstieg.

Jetzt noch schnell das Klettersteig-Set anlegen und los geht’s!


Der Klettersteig

Der Echernwand-Klettersteig beginnt mit gemütlichen A und B – Passagen. Nachdem man mittlerweile die D-Stelle umgehen kann, ist das nicht mehr ganz so trügerisch. Trotzdem sei an dieser Stelle gesagt: Wer sich bereits zu Beginn schwer tut oder fürchtet und nicht schwindelfrei ist, der sollte besser sofort wieder absteigen. Der Steig wird weiter oben zunehmend schwieriger und vor allem ausgesetzter. Für absolute Klettersteig-Neulinge ist dieser Steig nicht empfehlenswert.

Das ist zwar der erste Klettersteig im Jahr 2017 für mich und somit auch der erste, der den Weg in meinen Blog findet, aber mein allererstes Mal an einem Klettersteig liegt bereits ein paar Jahre zurück. Glücklicherweise bin ich durch die gesammelten Erfahrungen mittlerweile vertraut mit den verschiedenen Schwierigkeitsstufen von Klettersteigen und kann relativ gut einschätzen, was ich mir zutraue und was eher nicht.

Als Anfänger würde ich empfehlen, nicht über eine C-Stufe hinaus zu gehen. Steigern kann man sich später immer noch (und es macht auch viel mehr Spaß, wenn noch Potential nach oben ist). Mein Limit ist momentan D bzw. kurze D/E-Passagen.

Eindrücke des unteren A/B-Teils:

Die erste etwas steilere Stelle kommt nach der „Wiesn“ – eine C-Stelle, die sich bis zur Panoramaleiter in dieser Schwierigkeit hält.

Die Leiter an sich ist technisch nicht schwierig, aber ein mulmiges Gefühl ist es doch, so freischwebend über Hallstatt in einer Wand zu hängen. Definitiv ein gewaltiger Adrenalinkick.

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Am Ausstieg der Panoramaleiter

Folgende Bilder sind ein Versuch die Sicht von der Leiter aus einzufangen, aber die Angst das Handy fallen zu lassen war omnipräsent, nachdem ich bei meiner letzten Wanderung bereits die neue Kamera unfreiwillig den Berg hinunter geschmissen habe…

Nach der Panoramaleiter wartet das Wandbuch, hier empfiehlt es sich, eine kurze Rast einzulegen und die Aussicht zu genießen… u.a. um sich auf die bevorstehende Schlüsselstelle vorzubereiten.

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Ein kleines Andenken von mir ziert von nun an diesen Steig…


Die Schlüsselstelle „Roli Dach’l“

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Mittlerweile kann die Schlüsselstelle umgangen werden

Ein leichter Überhang über eine Steinplatte gesichert mit Drahtstiften. Selbst für wenig Trainierte, wie mich, ist die Stelle zu schaffen, da es nur ein relativ kurzer Abschnitt von wenigen Metern ist. Das Umhängen der Sicherungen wird bei solchen Passagen jedoch zur regelrechten Tortur. Ich bin mit einem Karabiner zwischen Drahtseil und Bohrhaken hängen blieben und es hat mich immense Kraft gekostet den da wieder herauszubekommen. Den letzten Teil des Klettersteigs bin ich daher nahezu auf allen Vieren gekrochen, weil mich dieser Fauxpas so sehr geschlaucht hat. Aber die Stelle ist trotzdem ziemlich cool und knackig und erlaubt ein paar ziemlich nette Schnappschüsse.

Danach folgt noch ein kurzes Steilstück, aber man merkt bereits deutlich, dass der Steig immer flacher ausläuft. Die letzte Querung erfolgt durch ein Waldstück bis man letztendlich zwischen den Touristenansammlungen der Salzbergbahn-Bergstation steht, die einen aufgrund der noch angelegten Kletterausrüstung etwas verduzt anschauen.

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Das letzte Stück durch den Wald

Hier lohnt es sich den Welterbeblick zu genießen, bevor man sich an den gemütlichen Abstieg macht.

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Etwas erledigt, aber froh über den Ausblick

 

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Der Abstieg zur Aussichtsplattform (haben wir uns gespart, weil voller Touristen)

Über einen breiten Schotterweg gelangt man wieder zurück zum Ausgangspunkt.

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Beim Abstieg – Hallstatts Ortszentrum immer im Blick

Am Ausgangspunkt angekommen, sollte man sich einen Kurzbesuch in Hallstatt nicht entgehen lassen. Wie oft hat man schon die Chance in einem Weltkulturerbe herumzuspazieren?


Auf Stippvisite in Hallstatt

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Das verdiente After-Klettersteig-Bier am See

Hallstatt ist eine kleine Marktgemeinde im Salzkammergut (Oberösterreich) mit rund 750 Einwohnern. Seit Dezember 1997 zählt sie, zusammen mit den Regionen Dachstein und dem Salzkammergut, zum UNESCO Weltkulturerbe.

Die Chinesen waren von dem kleinen Örtchen am See sogar so begeistert, dass sie in ihrer Heimat einen identischen Nachbau erschaffen haben. In der Stadt Boluo in der Provinz Guangdong befindet sich eine perfekte Kopie von Hallstatt inklusive See.

Leider ist das kleine Städtchen mittlerweile total auf Tourismus ausgelegt und man findet überall die typischen Souvenirstände und Andenkenläden. Dazu kommen überteuerte Restaurants mit Seeblick und so manch lustige Hinweistafeln…

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Achtung liebe Handyzombies: Freilaufende Kellner!

Noch ein paar Eindrücke, die ich an dieser Stelle unkommentiert lasse:


 

Fazit: Ein toller, nicht allzu schwerer Steig (für erfahrene Klettersteig-Geher) mit kurzen fordernden Passagen. Durchgehend begleitet vom herrlichen Panorama des Dachsteinmassivs und des darunter liegenden Hallstätter Sees.

An Schönwetter-Wochenenden ist mit erhöhtem Touristenaufkommen zu rechnen.

Trotzdem absolut empfehlenswert!

 

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