Bergtour, Fortgeschrittene, Special Events, Wandertour

[Special Event] 24h Trophy Tegernsee – LIVE YOUR ADVENTURE!

Im Rahmen der „Live your Adventure“ – Kampagne von Eddie Bauer hatte ich von 26. – 28. Mai 2017 die Möglichkeit an der 24h Trophy in Tegernsee teilzunehmen und meine eigenen Grenzen auszutesten!*

Seit mehr als 7 Jahren bereits veranstaltet grassl event & promotion service die 24h Trophy in den verschiedensten Wanderregionen Österreichs und Deutschlands. Der Auftakt der Trophy fand dieses Jahr am Tegernsee statt.

Im Folgenden möchte ich euch berichten, was ich bei dieser besonderen Art des Wanderns erlebt habe, ob ich an meine Grenzen gestoßen bin und natürlich ob ich die 24 Stunden durchgehalten habe…


Die Planung

Die Zusage für die 24h Trophy kam sehr kurzfristig, daher fehlte leider die Zeit, um gezielt daraufhin zu trainieren. Aber wie bereitet man sich dennoch auf so ein Event vor? Mein Ansatz war ganz eindeutig: gar nicht. Die Info im Vorfeld verspricht, dass man sich als Teilnehmer um nichts kümmern muss. Es gibt während der Wanderung genügend Stationen mit Verpflegung und regelmäßige Pausen. Man kann sich völlig auf sich und seine eigenen Grenzen konzentrieren.

Meine hauptsächliche Planung beschäftigte sich also mit der Zimmerbuchung (gar nicht so einfach, da alles heillos ausgebucht war) und der Hin- und Rückfahrt. Bezüglich des Zimmers bin ich schlussendlich in Rottach-Egern gelandet. Das liegt ca. 2 km südlich von Tegernsee (somit hatte ich zwei Extra-Kilometer zusätzlich zu den 72 km der eigentlichen Trophy zu bewältigen). Dort gibt es zwar eine Linienbus-Verbindung, aber leider nicht vor 8 Uhr morgens. Selbst das Hotelfrühstück musste ich jedes Mal ausfallen lassen.

Die Hin- und Rückfahrt erfolgte per Bahn und lässt sich leicht und einfach online planen. Ich empfehle generell vorab nach Spartarifen wie z.B. Bayern-Ticket oder Wochenend-Ticket zu suchen. Damit spart man extrem viel Geld und ist meist nicht viel länger unterwegs als mit einem ICE. Ich habe für die Fahrt nach Tegernsee das gängige Bayern-Ticket gewählt.


Anreise & Akkreditierung

Die Hin- und Rückfahrt erfolgte, wie bereits erwähnt, per Bahn (Salzburg-Rosenheim-Holzkirchen-Tegernsee). Dank der Pünktlichkeit der Deutschen Bahn funktionierte das nahezu perfekt. Einmal ist mir der Anschlusszug um 2 Minuten davon gefahren, aber ich bin zum Glück früh genug losgestartet, eben genau wegen solcher… nennen wir es „Eventualitäten“.

Ich bin dann irgendwann im Laufe des Nachmittags angekommen und hab‘ als erstes mein Hotelzimmer bezogen. Der Reiserucksack lastete schwer auf meinen Schultern, den wollte ich nicht unbedingt zur Akkreditierung mitschleppen.

Vorab habe ich mit ein paar anderen 24h Trophy Teilnehmern die Akkreditierungsstelle im Kurpark Tegernsee als Treffpunkt vereinbart. Ein paar von uns wollten bereits am Vorabend der Wanderung zusammen zu Abend essen und ein bisschen quatschen, um uns kennenzulernen. Wie es dazu kam? Die Veranstalter haben im Vorfeld eine Whatsapp-Gruppe für alle Teilnehmer eröffnet und so konnte man sich bereits schon ein paar Tage vor dem eigentlichen Event austauschen. Selbstverständlich existiert diese Gruppe bis heute zum Foto- und Erfahrungsaustausch. Eine wirklich großartige Sache!

Im Hotel standen gratis Leihfahrräder zur Verfügung, daher bin ich am Ankunftstag praktischerweise nach Tegernsee zur Akkreditierung geradelt. Ich bin gerne unabhängig von Buszeiten und somit war mir das sehr willkommen.

Die Akkreditierung an sich verläuft sehr schnell. Man nennt seinen Namen, wird mit einer vorgefertigten Liste verglichen und bekommt sein „Starter Package„. In diesem befindet sich Folgendes: Ein T-Shirt, Eine KOMPASS-Gebietskarte vom jeweiligen Austragungsort, Ein Roadbook und die geplante Strecke der Tour, ein Schweißband für den Arm, Magnesium-Pulver, HOT-Gel für die Muskeln, Blasenpflaster, Traubenzucker, Riegel, ein Müllbeutel, ein Eddie Bauer-Gutschein und natürlich diverse Werbung…

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Starter Package der 24h Trophy

Das Kennenlern-Treffen fand dann letztendlich im Bräustüberl Tegernsee statt, welches mein neues Stammlokal vor Ort wurde…

Der Abend sollte nur noch von kurzer Dauer sein, aber wie das eben so ist, kommt es sowieso 1) immer anders und 2) als man denkt! Stefan, unser Fotograf machte sich in Richtung See auf zum Sonnenuntergang fotografieren. Die übrigen Damenrunde trank noch ihr Bier zu Ende und hätte am liebsten noch bis in die Nacht hinein geplaudert. ABER! Wir sind ja nicht zum Spaß hier! Am nächsten Tag standen uns immerhin über 3000 Höhenmeter und über 70 Kilometer Wanderstrecke bevor.

Nun hieß es natürlich auch für uns Damen irgendwann: „Servus, Good Bye und Auf Wiedersehen!“ – nämlich morgens um 8 Uhr frisch und ausgeschlafen am Tegernsee!

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Sonnenuntergang am Tegernsee

 


Die Wanderung

Jetzt geht’s ans Eingemachte!

Kurz die Eckdaten: 3300 Höhenmeter, 72 Kilometer, Dauer: 24h

Die Tagesetappe betrug rund 1900 Höhenmeter und 40 Kilometer. Dauer: 12h.
(Bis zum schwarzen X) Das Wetter war strahlenster Sonnenschein und sehr heiß!

Route Tegernsee

Die Nacht vor der Trophy habe ich sehr schlecht geschlafen. Ich hatte extreme Kopfschmerzen und konnte erst nach einer Schmerztablette und einer Kopf-Selbstmassage halbwegs einschlafen. Zum Glück merkte ich am nächsten Morgen, außer einer kleinen Müdigkeit, nichts mehr davon.

Der Startpunkt war der selbe wie die Akkreditierungsstelle und von daher leicht zu finden. Am nächsten Morgen haben sich bereits etliche Wanderer dort eingefunden.

In meinem Kopf herrschte ein regelrechtes Gefühlschaos. Von Angst über Aufregung bis hin zu Freude war eigentlich alles dabei. Hey, man macht nicht jeden Tag eine 24 Stunden lange Wanderung mit. Das kann man sich, wenn man so etwas noch nie gemacht hat, nicht wirklich rational vorstellen, wie das wird. Ich kenne 24 Stunden wach bleiben eigentlich bisher nur vom Fort gehen, wenn es in einem dunklen, verrauchten Lokal mal wieder etwas länger dauerte. Aber nun sollte ich hier wandern und mich körperlich anstrengen, ich war wirklich extrem gespannt auf dieses Selbstexperiment.

Gut… ich spanne euch nicht länger auf die Folter! Wie war denn nun die Wanderung?

Ich reihte mich zu Beginn ungefähr im Mittelfeld ein. Ich wusste ja nicht, was auf mich zukommt und mit der Mitte ist man meist auf der sicheren Seite. Heidi, eine super liebe und quirlige Mitstreiterin, die ich bereits vom Vorabend kannte, war an meiner Seite. Ich war bereit!

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Der Startpunkt der 24h Trophy in Tegernsee

Die ersten Meter durch Tegernsee waren sehr entspannt. Jeder Teilnehmer war gut gelaunt, die Leute quatschten miteinander und fieberten der gemeinsamen Challenge entgegen. Bereits nach kurzer Zeit folgte der erste Anstieg Richtung Riederstein und Baumgartenschneid, angeschrieben mit 3 Stunden Aufstieg. Hier wurde bereits der Unterschied deutlich, ob man alleine oder in einer kleinen Gruppe wandert oder ob rund 140 andere Personen mit einem mitwandern. Man geht automatisch nicht mehr sein eigenes Tempo, sondern das der Gruppe. Als Blogger habe ich instinktiv das Verlangen viele Fotos zu machen, Dinge auf mich wirken zu lassen und ein eher langsames Tempo vorzulegen. Die Tatsache, dass sich diese Menschenwalze so schnell an einem vorbei bewegt, sobald man einen kurzen Moment inne hält, hat mich schon bald sehr gestresst.

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Der Weg auf den ersten Gipfel, der Baumgartenschneid

Anfangs wurden noch regelmäßig die vorgeschriebenen Pausen lt. Roadbook (ein vorgedruckter Zeitplan für jeden Teilnehmer mit den einzelnen Stationen und Pausenzeiten) eingehalten, so konnte man immer auf etwas hinarbeiten oder sich auf etwas freuen.

Am Gipfel dauerten die Pausen nur kurz, da die eigentlichen Pausen jeweils bei den Versorgungsstationen stattfinden sollten. So eine Station lässt sich am Gipfel schwer realisieren, da das Organisationsteam mit einem Fahrzeug dorthin kommen muss. Das ist einer meiner Kritikpunkte. Als Privatperson gönnt man sich bei einer Bergtour die längste Pausenzeit eher am Gipfel und nicht irgendwo dazwischen. Da muss man bei so einer 24h Trophy umdenken.

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Die erste Pausenstation – hier wird sich gestärkt!

Weiter ging es über Forststraßen und das Bodenschneidhaus zur Bodenschneid, Gipfel Nummer 2 der Tour. Hier waren wir bereits etwas in Zeitverzug aufgrund der sehr knackigen Anforderungen und einiger langsamerer Teilnehmer. Daher gab es die Möglichkeit diesen Gipfel quasi zu umrunden und später wieder bei der Mittagsstation zur restlichen Gruppe zu treffen. Ich ließ mir diesen Gipfel natürlich nicht nehmen und hab mich da hinauf geschleppt. In der Hitze war das wirklich sehr sehr sehr anstrengend aber es hat sich so gelohnt. Das Gipfelkreuz auf der Bodenschneid ist wunderschön und der Ausblick ist ein Traum.

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Gipfelkreuz Bodenschneid

Und das BESTE: Hier gab es ein Gruppenfoto von allen Teilnehmern, ich wäre wirklich sehr traurig gewesen, wenn ich da nicht drauf wäre. Beim Anstieg jedoch bin ich zum ersten Mal nach ganz hinten zurück gefallen. Die Gruppe hatte jedoch bereits zu diesem Zeitpunkt eine Eigendynamik entwickelt und einen derart guten Zusammenhalt, dass mich quasi wildfremde Leute motivierten weiter zu gehen und nicht stehen zu bleiben. Ich hätte es nicht geglaubt, aber so etwas gibt einem enorme Kraft. Allein hätte ich bestimmt einen Verschnaufpause eingelegt. Aber mit der bevorstehenden längeren Mittagspause in Aussicht war das alles noch stemmbar.

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Gruppenfoto auf der Bodenschneid (c) Stefan Herfurth

Bergab ist mein Metier! Ach, was hab‘ ich mich gefreut, als es endlich wieder abwärts ging! Pauschal könnte man sagen: Ich befinde mich bergauf eher im hinteren Drittel und bergab eher im vorderen! Eine Pause in Aussicht motiviert dabei natürlich zusätzlich!

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Abstieg von der Bodenschneid

Die 24h Wanderer verbrachten ihre Mittagspause auf der Oberen Firstalm. Dort gab es Gulasch- oder Kartoffelsuppe, Bier und Radler oder antialkoholische Säfte zur Auswahl. Mein Menü bestand aus einer Gulaschsuppe und einer roten Schorle (Johannisbeer-gspritzt). Hier war die Truppe bereits eine halbe Stunde in Zeitverzug, da wir doch einige gemütliche Wanderer dabei hatten und somit verkürzte unser „Mastermind“ Eddie spontan die Mittagspause. Ich verbrachte diese quasi mit Essen runterschlingen und pinkeln (bei so vielen Menschen steht man eben ewig an). Dies‘ war mein nächster Kritikpunkt…

Dementsprechend mies gelaunt trat ich den Weiterweg an. Als ich aus der Hüttentür kam, standen die Teilnehmer bereits abmarschbereit vor der Hütte. Egal, was solls… ich musste mich eben damit abfinden, dass in so einem großem Wanderformat eben alles etwas schneller von statten ging und man nicht so sehr auf die individuellen Bedürfnisse Rücksicht nehmen kann. Die nächste Station war Gipfel 3, der Roßkopf. Das sah von unten schaffbar aus, also nichts wie los.

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Auf dem Weg zum Roßkopf, im Hintergrund die Obere Firstalm

Und das war er auch. Der Anstieg zum Roßkopf zog sich etwas in die Länge und war von daher nicht so steil und anstrengend wie der zur Bodenschneid. Trotzdem bin ich natürlich wieder zurückgefallen, aber die Schlusslicht-Guides Marina und Franz kannten mich ja bereits und so wurde es eine entspannte Plauderei bis zum Gipfel. Hier kam dann auch zum ersten Mal der Gedanke auf, die Nachtstrecke abzukürzen. Einige der langsameren Teilnehmer hatten bereits jetzt das Gefühl, die Strecke in diesem schnellen Tempo nicht zu schaffen bzw. die 24 Stunden nicht vollenden zu können. Es war wirklich unglaublich anstrengend, vor allem auch mit dieser Hitze, die dort herrschte.
Bei so einer Challenge sagt man im Prinzip: Es ist dann gut, wenn selbst der Schwächste noch Spaß dabei hat… und das war nicht mehr der Fall.

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Der Roßkopf-Gipfel

Nach dem Roßkopf-Gipfel ging es selbstverständlich erneut bergab. Während die anderen, wie immer in stockenden Verkehr am Wanderweg geraten, so weiche ich gekonnt auf die (auch schon ausgetretene Wiese) aus und hoppel den Hang hinab, um wieder etwas Zeit gut zu machen. Ein weiterer Vorteil im vorderen Feld mitzulaufen, ist, dass man früher bei den Pausenstationen ankommt und somit länger Pause hat (es zählt immer ab dem Letzten).

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Zwischen Roßkopf und nächster Versorgungsstation

Die nächste Versorgungsstation befand sich mitten im Skigebiet Spitzingsee – Tegernsee an einer Sessellift-Talstation. Hier gab es Bonbons und Getränke. Endlich war wieder Zeit für eine längere Pause zum Sitzen und Durchatmen. Das hat mir zu mittag eindeutig gefehlt. Bereits an dieser Stelle war ich erneut fix und foxi. Ich wollte eigentlich regelmäßig meine Social Media Kanäle mit aktuellen Infos versorgen, aber durch diesen ständigen Zeitdruck hat das nicht wirklich geklappt. Aber hier an dieser Station hatte ich sogar die Möglichkeit, meine Instagram-Story upzudaten.

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Die letzte Versorgungsstation vor der großen Abendpause

Nach dieser Pause fing bei mir der Zucker so richtig zum Arbeiten an. Ich startete zwar weiter hinten im Feld aber bin dann so derart schnell den Hang runtergelaufen (hauptächlich Schotterstraße), dass ich innerhalb kürzester Zeit im vorderen Feld war. Ich konnte die Abendpause schlichtweg nicht mehr erwarten. Ich war schon ziemlich am Ende mit meinen Kräften, die Knie schmerzten und die Füße haben die ersten Blasen gebildet. Es wurde wirklich Zeit das alles zu versorgen.

Die Strecke ging über den Spitzingsee zum Schliersee und um diesen herum. Am Schliersee wäre eigentlich eine Badepause geplant gewesen, aber nachdem wir bereits wieder in Zeitverzug kamen, wurde die leider gestrichen.

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Der Spitzingsee
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Nette Wanderbegleitung am Spitzingsee
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Der Schliersee ist in Sicht…

Die Strecke um den Schliersee zog sich gefühlt ewig…. Meine Beine wollten einfach nicht mehr laufen. Die Füße haben so elendig gebrannt. Alle Teilnehmer, die ich kannte, waren bereits über alle Berge und ich fing an wieder zurückzufallen. An diesem Streckenabschnitt trennte sich sprichwörtlich die Spreu vom Weizen. Irgendwann kam dann ein weiterer Teilnehmer mit der Marina (Guide) im Schlepptau an und ich hörte sie reden über eine eventuelle Kürzung der Nachtstrecke. Da hab‘ ich mich ins Gespräch eingeklinkt und bin mit den beiden weiter gegangen. Unser Guide lief dann vor, um das Thema zur Sprache zu bringen und wir schlurften so irgendwie hinterher, so gut es eben noch ging nach knapp 12 Stunden. Mit der Gewissheit bereits eine Stunde in Verzug zu sein, versuchten wir noch unsere letzten Reserven zu mobilisieren, um bald zur verdienten Abendpause zu gelangen. Der Weg um den See zog sich jedoch so regelrecht lang, dass wir von weiteren Wanderern eingeholt wurden, die jedoch völlig unserer Meinung waren und auch schon völlig fertig von den hohen Anforderungen nahezu aufgegeben hatten. An dieser Stelle fiel dann der Beschluss, das Projekt der 24 Stunden-Wanderung sein zu lassen.

Bei der Abendstation fährt zum letzten Mal direkt vor Ort ohne Umwege ein Shuttle zurück nach Tegernsee. Selbst wenn man nach der Pause noch 1-2 oder 4 Stunden durchhält, so ist es logistisch am sinnvollsten hier aufzuhören, wenn man nicht mehr kann.

Beim Zieleinlauf zur Abendstation konnte ich mich kaum noch auf den Beinen halten. Ich hab mich so irgendwie auf eine Bank geschleppt und musste sofort raus aus den Schuhen. Ich konnte kaum mehr gehen und alles hat gebrannt wie Feuer, als würd ich auf glühenden Lava-Kohlen laufen. Somit war für mich leider klar… Romana… das schaffst du nicht!

Ich finde es wirklich ewig schade, dass ich an dieser Stelle abbrechen musste, aber es war für mich in dem Moment die sinnvollste Entscheidung. Es waren nämlich nicht nur die schmerzenden Füße, sondern zusätzlich auch der Rücken. Ich hatte meine Logistik völlig falsch geplant und hab viel zu viel Zeug umsonst mitgeschleppt. Dabei waren: 3 langärmelige Shirts und Jacken, eine lange Hose, Stirnlampe, 1000 Blasenpflaster, Sonnencreme, unendlich viel Wasser (sehr schwer!), Batterien, 2 Kameras, Essen (braucht man wirklich NICHT!), Akkupack (fürs Handy), und und und… der Rucksack an sich war schon viel zu groß und schwer, selbst ohne Inhalt.

Ich hab mich dann noch dort vor Ort massieren lassen und zu abend gegessen, aber es wurde in der einen Stunde Pause leider nicht wesentlich besser. Es tut mir bis heute im Herzen weh, dass ich die 24h Trophy nicht geschafft habe, aber in dem Moment wäre einfach nichts mehr gegangen. Für’s nächste Mal jedoch gilt: Leichterer Rucksack, noch mehr Füße tapen und nicht zu schnell los laufen, egal wie schnell das Tempo der Gruppe ist. Ich möchte unbedingt noch einmal die Chance bekommen, bei so einem Event teilzunehmen, obwohl es bestimmt nicht meine Lieblingsart zu wandern wird, allein schon durch die vorherrschende Hektik.

Wer jedoch ebenfalls dieses Experiment einer 24-Stunden Wanderung ausprobieren möchte, ohne Sorgen und nur auf sich selbst konzentriert, aus welchen Gründen auch immer, ist bei so einer großen Veranstaltung sehr gut aufgehoben.

Die übrig gebliebenen Teilnehmer wanderten nach der großen Abendpause weiter zur Schlierbachalm und über 2 weitere Anstiege zurück nach Tegernsee. (Am nächsten Morgen wurde ich über die genauen Höhenmeter und Strecken informiert und war in dem Moment froh, abgebrochen zu haben.)

Ich ließ es mir natürlich nicht nehmen pünktlich um 8:00 Uhr morgens am nächsten Tag auf die Truppe am Zieleinlauf zu warten und mit ihnen zu feiern!

Und wisst ihr was? Das war richtig klasse! Denn als ich da so stand mit meinem Handy in der Hand da riefen mir die Leute zu und applaudierten, wie toll sie es finden, dass ich hier stehe und auf sie warte und ob es mir wieder gut geht. Alle waren fröhlich und winkten und genau DAS ist es nämlich! Dieser Gruppenzusammenhalt ist wirklich unglaublich stark, das findet man heutzutage leider nur noch selten…

Ich habe die 24 Stunden-Wanderung also LEIDER NICHT…

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…es war aber dennoch eine unglaublich tolle Erfahrung, die ich in keinster Weise missen möchte!


Resümee & Heimreise

Im Grunde kann man so ein Event guten Gewissens mitmachen. Es ist wirklich top organisiert und wenn man eine bestimmte Grundfitness an den Tag legt, dann muss man auch nicht wirklich darauf hin trainieren. Bei der nächsten 24h Trophy in Berchtesgaden Ende Juni / Anfang Juli zum Beispiel gibt es verschiedene Bewerbe für Genießer oder für die fitteren Exemplare.

Weiters gibt diverse 24h Touren von privaten Anbietern. Wenn alles glatt geht, werde ich schon bald (nämlich Anfang Juli) mein Glück noch einmal versuchen bei der 24h Osterhorn Challenge in meiner Heimat! Organisiert wird diese Wanderung von wanderguide.at, dessen Inhaber ebenfalls an der 24h Trophy in Tegernsee teilgenommen hat.

Link zur Facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/147299742435048/

Ich musste nach der 24h Trophy nicht, wie ursprünglich geplant, ausschlafen, daher bin ich am folgenden Tag vor der Heimreise noch eine Runde um den Tegernsee geradelt, bin hinein gesprungen und habe diesen Kurzurlaub noch schön ausklingen lassen. Die geschundenen Füße haben es mir gedankt.

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Moment des Genießens am Tegernsee

Abends ging es für mich dann zu Fuß zurück zum Bahnhof und mit dem Zug ab nach Hause. Um kurz vor 22 Uhr abends bin ich dann in Salzburg angekommen.


Tipps für eure 24h Wanderung

Falls ihr nun Lust bekommen habt, ebenfalls eine 24 Stunden Wanderung auszuprobieren, so empfehle ich euch eine gut organisierte, offizielle Veranstaltung, wo ihr euch um nichts kümmern müsst. Entweder direkt die 24h Trophy oder diverse kleinere Anbieter.

Achtet darauf, was ihr mitnehmt und WIRKLICH braucht. Mein Rucksack war viel zu groß und schwer. Mit guter, funktioneller Kleidung sollte diese trocken und warm bleiben und ihr spart euch damit die viele Wechselwäsche und die Jacken. Eine Jacke sollte reichen, eventuell eine lange Hose für die Nacht.

Der wahrscheinlich wichtigste Punkt: Die Schuhe! Geht unbedingt nur mit eingegangenen Schuhen, wo ihr wisst, ihr könnt‘ damit stundenlang ohne Probleme laufen. Nutzt, wenn er angeboten wird den Schuh-Service (Zustellung eines Schuhbeutels zur Abendpause) und stopft euch da eure Jacke und lange Hose dazu, dann müsst ihr diese nicht mitschleppen!

Vergesst jegliche Snacks! Es gibt so viele Versorgungsstationen, man braucht wirklich keine Zwischenverpflegung. Allerhöchstens eine Flasche Wasser für den Weg, wenn es so heiß ist wie bei uns.

Und zu guter Letzt: Lasst euch nicht hetzen! Geht euer Tempo! Und wenn ihr zu oft zurückfällt oder es keinen Spaß mehr macht bzw. ihr Schmerzen bekommt, so zwingt euch zu nichts, quält euch nicht unnötig und habt die Stärke zu sagen: Hier geht es nicht weiter… ABER ich komme wieder!


Eddie Bauer Outdoorkleidung

Im Rahmen dieses Events wurde ich mit einem T-Shirt und einer kurzen Hose aus der Eddie Bauer Kollektion ausgestattet*. Ich habe die beiden Kleidungsstücke während der 24h Trophy getragen und bin sehr begeistert. Normalerweise bildet sich im Lauf der Zeit ein feuchter Fleck mindestens im Rückenbereich, wo der Rucksack aufliegt, aber dieses Shirt war staubtrocken. Ein üblicher Körpergeruch nach so einer langen Wanderung war kaum bemerkbar. Und das BESTE: Die Kleidung sieht obendrein noch sehr gut aus und ist bequem zu tragen. Sie scheuert weder, noch trägt sie auf oder ist sonst auf irgendeine Weise unangenehm zu tragen. Eddie Bauer zählt ab nun definitiv zu meinen Lieblingsoutdoormarken! Diese Kleidung tut was sie tun soll. Funktional stimmt hier definitiv. Das ist meine ehrliche und eigene Meinung, hinter der ich voll und ganz stehe!


Aftermovie

Als kleinen Zusatzbonus habe ich aus meinen wenigen Fotos und Videos ein privates Aftermovie der 24h Trophy zusammen geschnitten… Für alle, die mit mir noch einmal die Strecke mitwandern möchten und als kleine Erinnerung an alle Teilnehmer, das Team, die Guides und das gesamte Organisationsteam! Herzlichen Dank!

 

 

 

 

 


*Die Kosten für das Trophy-Ticket, Zimmer und die Anfahrt wurden übernommen. Zusätzlich bin ich von Eddie Bauer mit einem funktionalem Wanderoutfit ausgestattet worden. Dieser Blog-Artikel ist kein bezahlter Artikel und freiwillig. Meine Meinung zur 24h Trophy und der Outdoorbekleidung von Eddie Bauer ist selbstverständlich mein eigener und ehrlicher Eindruck und nicht vorgegeben.

 

2 thoughts on “[Special Event] 24h Trophy Tegernsee – LIVE YOUR ADVENTURE!”

    1. Hi Martin!
      Danke für dein nettes Kommentar! Wenn du die Chance dazu hast: Mach es unbedingt! Man gewinnt so viel an Erfahrung über sich und seinen Körper dazu. Man lernt unglaublich tolle Menschen kennen und in meinem Fall auch neue Gegenden. Ich kann es wirklich nur empfehlen, auch wenn ich es leider nicht geschafft habe.
      Das fällt irgendwie unter die Rubrik „Things to do in life“ und ich bereue keinen Schritt dieser Wanderung.
      LG und ich drück dir die Daumen beim Stoabergmarsch!
      Romana
      PS: Lass gern danach nochmal ein Kommentar hier, ob du es gewagt hast, würd mich freuen!

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